Zum Hauptinhalt springen

Zwei streiten um einen Strassenbelag

Ein Konflikt über einen Strassenbelag gipfelt demnächst in einer Aufsichtsbeschwerde. Beide Seiten fühlen sich missverstanden.

Streitpunkt der Geschichte ist die rund 1100 Meter lange Nideltobelstrasse in Bauma. Von Lipperschwendi her führt sie ins Nideltobel und dient drei Liegenschaften als einzige Zufahrtsstrasse. Seit jeher handelt es sich dabei um eine Kiesstrasse, bis auf die ersten 200 asphaltierten Meter. Das bedeutet einerseits für die Bewohner des Nideltobels eine holprige Anfahrt und schmutzige Autos. Andererseits führt der Unterhalt zu erhöhtem Aufwand für die Gemeinde. Die Feuerwehr verfasste ein eigenes Einsatzkonzept, da die Strasse bei Unwettern regelmässig beschädigt wird. 450 Meter Spezialbelag Peter Clausen, Bewohner des Nideltobels, wandte sich deshalb 2008 in einem Brief mit der Bitte nach einem stabilen Oberflächenbelag an die Gemeinde. «Ich halte den Vorschlag für eine Win-win-Si­tua­tion», sagt er. Der Eingang wurde ihm bestätigt, eine konkrete Antwort erhielt Clausen nicht. 2011 wandte er sich erstmals an den neu gewählten Baumer Tiefbauvorstand Max Bosshard, mit welchem es auch zu einem Gespräch kam. Im Herbst des gleichen Jahres handelte die Gemeinde und sanierte 450 Meter der Strasse mit einem dünnen Spezialbelag. «Dafür haben wir eine Bewilligung beim Kanton eingeholt», sagt Bosshard. In der Verfügung heisse es aber: «Grundsätzlich soll die Kiesstrasse in jetzigem Zustand belassen werden.» Dies, da angrenzende Schutzobjekte im «naturnahen Waldtobel» nicht beeinträchtigt werden dürfen. Über die 450 Meter Belag freute sich Clausen trotzdem – aber nur kurz. Denn der Spezialbelag begann an verschiedenen Stellen zu bröckeln. An diesem Punkt der Geschichte scheinen sich die Fronten zu verhärten. Clausen forderte in mehreren Briefen Stellungnahmen und Antworten von der Gemeinde. Bosshard bestätigt, dass die Briefe schriftlich nicht beantwortet wurden, erwidert aber: «Wir standen sehr wohl in Kontakt.» Die Gespräche scheinen immer angespannter abzulaufen. An der Strasse wurden zwischenzeitlich erste Garantiearbeiten geleistet, weitere sollen laut Bosshard folgen: «Wir haben wohl die spezielle Si­tua­tion etwas unterschätzt. Der Boden ist sehr feucht im Tobel.» Der Belag könne gar nie ganz aushärten. Man habe im Voraus mit verschiedenen Firmen evaluiert, welcher Belag am geeignetsten wäre, und an mehreren Stellen hätten Messungen ein «gut bis sehr gut» ergeben. Doch Clausens Geduld ist nach sechs schriftlich nicht beantworteten Briefen am Ende. Er äusserte sich diese Woche ausführlich in einem bezahlten Leserbrief im Anzeigenblatt der Gemeinden Bauma und Sternenberg und empfahl Bosshard zur Abwahl. «Diffamierender Brief» Bosshard zeigt sich nicht überrascht: «Ich habe fast mit so etwas gerechnet.» Er findet die Aktion aber deplatziert: «Hier wird einfach eine Person als hinterste im Umzug bezeichnet.» Er könnte Clausens Forderung nach einer ganz geteerten Strasse auch nicht nachkommen, wenn er wollte. Es handle sich hier um übergeordnetes Recht. Selber in einem Leserbrief Stellung nehmen will er nicht: «Ich biete aber allen Interessierten an, morgen Samstag mit mir die Nideltobelstrasse zu begehen und vor Ort die Si­tua­tion anzuschauen.» Clausen ist derweil im Begriff, eine Aufsichtsbeschwerde zu verfassen: «Ich finde das alles nicht gerecht.» Die Ankündigung nimmt Bosshard gelassen: «Das ist mir lieber als ein diffamierender Brief im Anzeigenblatt.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch