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Zwei Teams im Höhenflug

Sitten. Nicht etwa die potenziellen Titelkandidaten Basel, Sion oder YB führen die Tabelle der Super League an, sondern Aufsteiger St. Gallen vor den aufstrebenden Grasshoppers.

Der FC St. Gallen zeigte eine Woche nach dem 2:1 gegen Meister Basel im Tourbillon erneut eine abgeklärte Leistung. Die Basis zum 3:0-Sieg gegen Sion legten die immer noch ungeschlagenen St. Galler in der ersten Halbzeit mit enormer Effizienz und zwei Toren aus drei Chancen. Die Treffer waren dabei eine Co-Produktion derselben Spieler: Der ehemalige Sittener und erneut starke Alberto Regazzoni bereitete beide Male ideal vor, der frühere Bieler Marco Mathys bewies Goalgetterqualitäten mit eiskalten Abschlüssen.

Für die Walliser kommt die Meisterschaftspause zum richtigen Zeitpunkt. Die mit 16 Punkten aus den ersten sechs Spielen optimal ins Championnat gestarteten Spieler von Sébastien Fournier enttäuschten nun zum zweiten Mal hintereinander und blieben wie beim 0:1 beim FC Zürich ohne Torerfolg. Die Gastgeber monopolisierten zwar vor fast 14 000 Zuschauern phasenweise fast den Ballbesitz, tauchten aber nur ganz selten wirklich gefährlich vor Daniel Lopar auf und es fehlten ihnen jegliche Ideen.

Nur mit viel Glück wurde verhindert, dass die Hauptschlagzeilen nicht dem Sport gehört hätten. Eine Viertelstunde vor Schluss warf ein Hooligan eine Leuchtrakete auf den Rasen, die unmittelbar neben Lopar einschlug. St. Gallen spielte danach unter Protest weiter, zog diesen aber nach Matchende zurück. Der Fackelwerfer, ein Fan der Walliser, der schon einmal ein Stadionverbot hatte, konnte nach dem Spiel festgenommen werden. Er hatte einen Alkoholpegel von über 2,6 Promille. Er wird angezeigt, ebenso zwei Fans von St. Gallen, die ebenfalls pyrotechnische Gegenstände bei sich trugen.

Die Serie der Grasshoppers

Auf den zweiten Tabellenplatz vorgestossen sind die Grasshoppers, die in Lausanne 2:0 siegten und auch ihre Position als temporäre Nummer 1 auf dem Platz Zürich untermauert haben. Den kursweisenden Treffer für GC auf der Pontaise erzielte Milan Vilotic kurz nach der Pause nach Corner des fast an allen gefährlichen Aktionen beteiligten Izet Hajrovic. Kurz vor Spielende vergab Nassim Ben Khalifa mit einem Lattenschuss die endgültige Siegsicherung, ehe Amir Abrashi in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Saisontor zum 2:0 traf.

Die Zürcher zeigten sich stilsicher und brachten den vierten Vollerfolg in Serie sicher über die Distanz. Bei all diesen Siegen blieb GC ohne jeglichen Gegentreffer. Insgesamt sind die Grasshoppers seit nunmehr sieben Spielen ungeschlagen. Der GC-Erfolg war verdient, Lausanne mangelte es einmal mehr an jeglichem Durchsetzungsvermögen. Die Romands sind nun seit 475 Minuten ohne Torerfolg. Sie haben bisher fünf Tore erzielt, alle beim 5:1-Heimsieg gegen Servette, in den anderen sieben Partien blieben sie ohne jegliches Erfolgserlebnis.

Der Tenor der beiden Überraschungsteams St. Gallen und GC ist praktisch identisch: Auf dem Boden bleiben, Spiel für Spiel nehmen.

YB dank Zibungs Mithilfe

Im Duell der beiden Teams, die am Donnerstag noch in der Europa-League-Qualifikation gekämpft hatten, waren die Young Boys beim 2:1-Erfolg in Luzern zwar nicht besser, aber vor allem effizienter. Die Berner holten sich den ersten Saisonsieg auf fremdem Terrain dank einer soliden Leistung und eiskaltem Ausnützen der Fehler der Luzerner.

Die unfreiwillige Basis zum YB-Sieg legte David Zibung. Der erfahrene Goalie schätzte eine missglückte Flanke von Alexander Farnerud falsch ein, konnte den vor ihm aufsetzenden Ball nicht behändigen und bugsierte ihn quasi selber über die Linie (19.). Beim zweiten Treffer liess sich dann die gesamte FCL-Hintermannschaft von einem überraschenden und langen Seitenwechsel von Raul Bobadilla auf Moreno Costanzo düpieren. Den intelligenten Rückpass des ansonsten blassen Ostschweizers verwertete Alexander Gonzalez (62.).

Bei Luzern war an praktisch allen gefährlichen Aktionen Dimitar Rangelov beteiligt. Dem Bulgaren, der nach seinem millionenschweren Aussetzer in Genk sichtlich bemüht war, blieb sein zweiter Saisontreffer aber dreimal knapp versagt. Der Anschlusstreffer von Tomislav Puljic (86.) nach einem Fehler Marco Wölflis, der einen Cornerball unterlief und dann auch noch ein Foul reklamierte, kam dann aber zu spät für eine mögliche Wende.

Die Swissporarena ist im Moment von einer Festung weit entfernt, in fünf Heimpartien hat Luzern gerade einmal zwei Pünktchen eingefahren. Captain Zibung zeigte sich selbstkritisch: «Die Niederlage geht auf meine Kappe. Dieses erste Gegentor brachte uns aus dem Tritt.»

Thuns Schritt aus der Krise

Die Partie zwischen Thun und Servette stand auch etwas unter der Affiche «Not gegen Elend». Die Berner Oberländer machten dabei einen Schritt aus der Krise. Trotz zuletzt drei Niederlagen traten sie selbstbewusst auf und setzten die Genfer vor allem mit raschem Direktspiel immer wieder unter Druck. Die beiden entscheidenden Treffer fielen nach solchen Kombinationen, jeweils auf Pass von Mathieu Salamanand, der erstmals von Anfang an spielte. Das 1:0 erzielte Marco Schneuwly mit einer akrobatischen Einlage (7.), das 2:0 Nelson Ferreira nach einer einstudierten Freistossvariante, bei der er erschreckend allein gelassen wurde. Anatole Ngamukol rundete das Skore in der Schlussminute noch ab.

Schlusslicht Servette wartet nicht nur weiter auf den ersten Saisonsieg, sondern bleibt speziell auswärts ein Punktelieferant. Nach vier Partien warten die Spieler von João Alves weiter auf den ersten Punkt, das Torverhältnis beträgt nun schon 1:10. Zu den defensiven Schwächen gesellte sich gestern einmal mehr ein erschreckender Mangel an Kreativität. Etwas mehr Gefahr entstand erst durch die Einwechslung von Antonio Marcos De Azevedo. Der Brasilianer vergab freistehend den Anschlusstreffer (74.) und setzte sieben Minuten später den Ball an die Latte. (si)

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