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Zwei wegweisende Spiele für den FCB

Für Basel geht es heute im dritten Champions-League-Spiel auswärts gegen Ludogorez Rasgrad (Bul) darum, sich im Kampf um Gruppenplatz 2 eine gute Ausgangslage zu schaffen.

Drei Wochen ist es her, seit der FC Basel seinen Fans dank dem 1:0 gegen den FC Liverpool wieder einmal eine «magische» Europacup-Nacht im St.-Jakob-Park bescherte. Der verdiente Sieg – der vierte in den letzten drei Jahren gegen einen englischen Topklub – brachte den FCB im Kampf um die Achtelfinal-Qualifikation zurück in die Spur, nachdem der Auftakt in die Champions League beim 1:5 bei Titelverteidiger Real Madrid missglückt war. Aufgrund des Sieges gegen Liverpool und auch nach den Erfolgen des letzten Jahres ist es der Anspruch des FCB, Platz 2 zu erreichen. Der heutige Auftritt in Sofia, wo Ludogorez seine Champions-League-Heimspiele austrägt, und jener in knapp zwei Wochen in Basel gegen den Aussenseiter der Gruppe werden zeigen, wie gefestigt der «neue» FCB bereits ist – und wie viel der Sieg gegen Liverpool wert war. Ohne Captain Streller Der Erfolg gegen die «Reds» war das erste Ausrufezeichen in der Ära von Trainer Paulo Sousa. Nach einem guten Saisonstart wurden im September bereits erste kritische Stimmen laut. Mit den ständigen Personal- und Systemwechseln sowie einzelnen schwächeren Auftritten boten der Portugiese und seine Mannschaft Kritikern eine Angriffsfläche. Sousas erstes Zwischenzeugnis in der Winterpause hängt in erster Linie von den Ergebnissen auf dem europäischen Parkett ab. Platz 3 und die Qualifikation für die K.-o.-Runde der Europa League wären im Basler Selbstverständnis nicht mehr als ein Trostpflaster, das grosse Ziel sind die Achtelfinals der Königsklasse, die der FCB letztmals 2011 erreichte. Um diese zu erreichen, sind Ausrutscher gegen den schwächsten Kontrahenten der Gruppe kaum zu kompensieren. Dies erfuhr der FCB in der letzten Saison, als gegen Steaua Bukarest zweimal nur ein 1:1 resultierte. «Das ist noch heute in unseren Köpfen», sagte Fabian Frei. Die Punktverluste gegen Steaua sorgten dafür, dass am Ende Chelsea und Schalke auf Kosten des FCB in die K.-o.-Runde einzogen, obwohl der FCB Chelsea zweimal besiegt hatte. Den Sieg in Sofia müssen die Basler ohne Captain Marco Streller anstreben. Wegen einer leichten Zerrung im Oberschenkel, die bereits einen Einsatz beim 1:0-Sieg am Samstag bei den Young Boys verhindert hatte, trat der 33-jährige Stürmer die Reise nach Osteuropa nicht an. «Jeder weiss, wie wichtig er auf und neben dem Platz für uns ist», sagte Frei über den Siegtorschützen gegen Liverpool. Die möglichen Alternativen für Streller sind der erst 17-jährige Breel Embolo, der bereits gegen Liverpool geglänzt hatte, und Giovanni Sio. Neben Streller fehlten auch Walter Samuel, Matias Delgado, Behrang Safari und Marcelo Diaz auf dem Flug von Basel-Mulhouse nach Sofia. Mit dabei waren dafür der wiedergenesene Fabian Schär und – aufgrund seiner bulgarischen Herkunft – Ivan Ivanov, der allerdings immer noch verletzt ist. Wie Paulo Sousa sein Team aufstellen wird, liess er gestern erwartungsgemäss offen. Davon auszugehen ist aber, dass Schär in die Mannschaft zurückkehrt. Den Gegner kennt der FCB aus der jüngeren Vergangenheit. In den letztjährigen Champions-League-Playoffs siegte der FCB auswärts in Sofia nach einem 1:2-Rückstand 4:2, ehe zu Hause ein ungefährdeter 2:0-Sieg folgte. Die Frage ist, inwiefern die beiden Teams vergleichbar sind. Trainer ist Georgi Dermendziev, der letztes Jahr noch Assistent war. Die Stärken Ludogorez’ bekamen bereits Liverpool und Real Madrid zu spüren. Sowohl an der Anfield Road, wo Ludogorez durch einen verwandelten Penalty von Steven Gerrard erst in der 93. Minute das 1:2 kassierte, wie auch zu Hause gegen den Titelverteidiger verlor es nur knapp. Ludogorez’ steiler Aufstieg Für die Bulgaren ist die erste Teilnahme an der Champions League der vorläufige Höhepunkt eines steilen Aufstiegs. Erst 2011 stieg der von Kyril Domustschiev alimentierte Klub aus der Kleinstadt Rasgrad im Nordosten des Landes, gut 300 km von Sofia entfernt, in die erste Liga auf, feierte dort aber gleich in der ersten Saison den Gewinn des Doubles. 2013 und 2014 folgte in der Meisterschaft jeweils die erfolgreiche Titelverteidigung, derzeit liegt Ludogorez hinter CSKA Sofia auf Platz 2 der Tabelle. Dass sie auch international durchaus mithalten können, hatten die Bulgaren bereits in der letzten Saison bewiesen, als sie in der Europa League unter anderem dank einem Sieg gegen Lazio Rom bis in die Achtelfinals vorstiessen.

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