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Zweimal ins hohe Eck

Zwei Hocheckschüsse von der Strafraumgrenze liessen den FCW die Saison wenigstens mit einem Remis in Biel beenden – Kris Kuzmanovics 1:0, Patrik Schulers 2:2 in der 89. Minute.

Vielleicht wars ja das letzte Meisterschaftsspiel Schulers für den FCW. Und hätte es mit einer Niederlage in der Gurzelen geendet, wäre vor allem in Erinnerung geblieben, wie sich Schuler und sein Partner in der Innenverteidigung, Savvas Exouzidis, schwergetan hatten im Kampf mit der Bieler Offensive, vor allem mit dessen Sittener Leihgabe Gaëtan Karlen (21). Der düpierte Schuler wiederholt und wand sich in der 50. Minute auf dem Weg zu seinem 1:1 ein paar Meter vor dem Tor auch mühelos um Exouzidis herum. Karlen schoss eine Viertelstunde vor Schluss auch das 2:1. Aber weil es nicht bei diesem Ergebnis blieb, wird Schulers Auftritt statistisch ganz anders herausgehoben – durch seinen Schuss präzis ins rechte Lattenkreuz. Es war das 2:2 für den FCW. Es war der vierte Treffer Schulers in dieser Saison, seine bisher eindeutig beste. Alle diese Tore waren ganz direkt mit Punktgewinnen verbunden und drei fielen in letzter Minute und gegen den … FC Biel. Im Spätherbst schoss Schuler das 1:0 auf der Schützenwiese in der 90. Minute; im Februar das 2:2 gar erst in der 93.; und nun lief auch schon die 89. Minute. Aus Bieler Sicht war dieser Ausgleich «überflüssig», weil sie sich – vor allem dank Karlen – doch ein Chancenplus herausgespielt hatten und zeitweise besser gewesen waren. Dennoch war absolut gerechtfertigt, dass der FCW ungeschlagen heimwärts fuhr. Zum einen hatte er die erste starke Offensivszene zu einem Tor umgesetzt, als Kuzmanovic nach einer kurzen Ablage Patrick Bengondos genauso gut schoss wie später Schuler. Nur traf er haargenau in die linke statt die rechte Torecke. Und er hielt sich in der Skorerliste damit zum Saisonende knapp vor Schuler, dem Verteidiger: mit fünf zu vier Toren. Zum andern hatten auch die Winterthurer Chancen, die ihnen gar einen Sieg hätten eintragen können. So wurde Amin Tighazoui – unmittelbar vor Karlens 2:1 notabene – von Marco Aratore freigespielt. Der Franzose, der an diesem Tag nichts zeigte, dribbelte sich an Goalie Pablo Molina vorbei und hob den Ball dann am leeren Tor vorbei. Sekunden vor dem 2:2 hatte der Schiedsrichter ein sehr offensichtliches Strafraumhands Ivo Zanggers nicht geahndet. Und selbst nach Schulers spätem Treffer hätte noch der «Dreier» für den FCW herausschauen können. Allerdings hätte dafür Janko Pacar mit seinem Kopfball aus gut fünf Metern schon das Tor treffen müssen. Insgesamt war es ein mehrheitlich durchaus unterhaltsames, allerdings doch belangloses Spielchen zweier Mannschaften, die sich nochmals einigermassen bemühten, ihre Saisonziele aber verpasst haben. Die Bieler jedenfalls sind mit Platz 7 – statt 5 – im ersten Jahr unter «Bidu» Zaugg absolut unzufrieden, vor allem mit der Bilanz der Rückrunde. So muss man es auch aus Winterthurer Perspektive sehen, mit einer Endphase der Meisterschaft mit elf Spielen ohne Sieg, mit über einem halben Jahr ohne «Dreier» in einem von immerhin zehn Matches in der Fremde. Das schädliche Schauspiel Die Winterthurer verabschiedeten sich auf der Gurzelen – aus der Ferne winkend – von den drei Dutzend ihrer Fans, welche die letzte Reise der missratenen Saison unternommen hatten. Die Mannschaft trainiert nun noch eine Woche. Ihren Saisonabschluss begeht sie am kommenden Samstag auf der Schützenwiese mit dem Match gegen den FC United of Manchester. Und vielleicht weiss die FCW-Gemeinde dann sogar, mit welchem Trainer sich ihre Fussballer auf die neue Saison vorbereiten. Das erste Testspiel ist auf den 19. Juni angesetzt, auf dem Reitplatz gegen die Grasshoppers. Das ist immerhin schon in gut vier Wochen. Boro Kuzmanovic geht weiterhin davon aus, dass er es sein wird. Vom Feriensitz des Präsidenten hat noch keine Kunde die Schützenwiese erreicht, ob dem auch so sein wird. Es fragen sich ja auch dort alle, wie lange dieses groteske und für den Verein nur schädliche Schauspiel noch andauert. (hjs)

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