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Zwischen Agonie und Resignation

Die Bühne für den jüngsten Akt in der Posse um die lokale und städtische Kunst bot das Café des Arts in der Kunsthalle.

Das Stück handelte zum einen ­ von Kunstsammlungen, auch jener der Stadt Winterthur, die ­wegen des Umzugs in den Superblock für zwei Jahre in Depots verschwinden wird. Und zum andern von einer gemeinderätlichen Interpellation, die sich Antworten zur Zukunft der Sammlung erhofft. Diffus blieb aber, was die Veranstaltung bezweckte: Ging es um eine Bewusstseinsschärfung für die Bedeutung der Sammlung und deren aktivere Bewirtschaftung? Oder ging es um die Abwehr von politisch fundierten Angriffen? Vielleicht spielte auch die Sorge um eine sachgerechtere Magazinierung eine Rolle.

Wie auch immer, die Kunstvermittlerin Lucia Angela Cavegn hiess die folgenden Gäste willkommen: Stadtpräsident Michael Künzle, Barbara Stark, Leiterin Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz, Claudia Spinelli, Leiterin Kunstraum Baden, Christian Greutmann, ehemaliger Leiter Gluri-Suter-Huus Wettingen. Als Künzle sich nach den epischen Erzählungen der Gäste über ihre Sammlung zu Wort meldete, kam er zum Schluss, dass da Äpfel mit Birnen verglichen würden. «Die Sammlung der Stadt hat kein eigenes Ausstellungslokal, um die Werke einer weiteren Öffentlichkeit zu zeigen.» Aus dem Publikum wurde daraufhin das Kunstmuseum als Plattform vorgeschlagen. Künzle winkte ab, brachte aber das Oxyd ins Spiel. Weit weniger gern dürften die Kunstschaffenden seine Option vernommen haben, den jährlichen Kunsteinkaufsbatzen von 60 000 Franken mal zu sistieren und das Geld zur Inventarisierung der Werke zu nutzen.

Gegen Auktionierungen

Nach Abzug der 190 vermissten Arbeiten umfasst die Sammlung 2610 Nummern. Davon sind fünfzig Prozent in der Verwaltung und in Schulhäusern platziert. Künzle plädierte für den Zusammenhalt der Sammlung und hält nichts von einer Auktionierung überzähliger Werke. Bezüglich der Ausstattung des Superblocks mit Kunst sei man noch in der Konzeptphase. Vorstellbar sei die provisorische Bespielung der Eingangshalle.

Der nächste Akt steht bereits an: Am Dienstag wird das lang erwartete städtische Kulturleitbild vorgestellt. Adrian Mebold

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