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Zwischen Volksfest und Luxusevent

Der Grund, weshalb Stars wie Olympiasieger Steve Guerdat diese Woche ins Weinland reisen, ist Paul Freimüller. Er hat das Springturnier CSI Humlikon ins Leben gerufen.

Dass in der 500-Seelen-Gemeinde Humlikon im beschaulichen Weinland ein hochkarätiges Springturnier stattfindet, das diese Woche bis zu 15 000 Zuschauer anlocken könnte, ist Paul Freimüller zu verdanken. Der Landwirt, Pferdehändler und Reitlehrer befand sich selber einst unter den weltweit besten hundert Springreitern. Auf seinem weitläufigen Familienbetrieb am Südrand des Weinländer Dorfes veranstaltet der heute 52-Jährige schon seit 15 Jahren Springturniere. Der Olympiasieger in Humlikon Zum achten Mal richten er und sein Team nun sogar einen internationalen Wettkampf aus. Der CSI Humlikon mausere sich zum Top-Dreisterneturnier, schreibt die Fachpresse, und tatsächlich lockt die Preissumme von 250 000 Franken nicht nur die nationalen Spitzenreiter, sondern auch internationale Stars an. Neben Olympiasieger Steve Guerdat nehmen auch Weltmeister Philippe Lejeune sowie Martin Fuchs, Europameister der Jungen Reiter, am hoch dotierten Anlass teil («Landbote» vom 30. August). Nervös scheint das Paul Freimüller auch drei Tage vor Turnierstart nicht zu machen. Er ist die Ruhe selbst. Ein bisschen Sorgen mache ihm das Wetter, sagt er. «Jetzt darf es aufhören zu regnen.» Die Stallzelte für die rund 250 Springpferde stünden zwar bereits. Doch da sie nicht über Dachrinnen oder Abflüsse verfügten, könnten sich die Wiesen rundherum in Schlammpfützen verwandeln. Viele der Teilnehmer beziehungsweise ihre Pferdepfleger reisen in bis zu 25 Tonnen schweren Pferdetransportern an. Darin können fünf bis sieben Pferde sicher transportiert werden. Zudem bieten die Lastwagen auch den Menschen viel Komfort, ähnlich einem luxuriösen Wohnwagen. Deshalb würden fast alle Pferdepfleger und auch rund zwei Drittel der teilnehmenden Springreiterinnen und -reiter in ihren Lkw wohnen, sagt Angela Nido, Medienverantwortliche am CSI Humlikon. Das Areal rund um den Turnierplatz in Humlikon wird deshalb einem riesigen Campingplatz gleichen. Die restlichen Sportler werden etwa im Turnierhotel Hohberg in Schaffhausen untergebracht. Auch wenn der CSI Humlikon zu den wichtigsten Springkonkurrenzen im Land gehört und offenbar über potente Sponsoren verfügt – das Turnier nennt Hauptsponsor Maurice Lacroix sogar in seinem Namen –, ist es dennoch ein Anlass fürs Volk geblieben. Für den OK-Präsidenten sind das Rahmenprogramm und das kulinarische Angebot fast ebenso wichtig wie das sportliche Programm, an dem neben den Stars auch Amateure aus der Region teilnehmen. Die Eintrittspreise sind mit 10 bis 25 Franken pro Tag jedenfalls moderat. An den ersten drei Tagen ist der Eintritt gar kostenlos.

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