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Höhenflug des FrankensNationalbank interveniert wie seit drei Jahren nicht mehr

Thomas Jordans SNB hat im ersten Quartal 34,5 Milliarden investiert, um den Franken künstlich zu schwächen und der Schweizer Export-Wirtschaft zu helfen.

Milliarden für die Wirtschaft: Die SNB unter Martin Jordan war zu Jahresbeginn am Devisenmarkt aktiv.
Milliarden für die Wirtschaft: Die SNB unter Martin Jordan war zu Jahresbeginn am Devisenmarkt aktiv.
Foto: Keystone

Die Schweizerische Nationalbank hat im ersten Quartal 34,5 Milliarden Franken für Interventionen ausgegeben. Damit kommen die Eingriffe zur Schwächung des Frankens so teuer wie seit drei Jahren nicht.

Hintergrund für die grossen Investitionen ist der anhaltende Höhenflug des Franken. Er legte auch zu Jahresbeginn weiter an Wert zu – denn Investoren sehen in der Währung einen sicheren Hafen in unsicheren Zeiten. Neben dem Handelsstreit erfasste im Lauf des Quartals auch die Corona-Krise die Börse.

Die Währungsreserven steigen

Doch ein starker Franken ist schlecht für die exportorientierte Wirtschaft der Schweiz – denn dadurch werden die Produkte in wichtigen Abnehmermärkten in Europa teurer. Die Notenbank versucht den Höhenflug daher mit Interventionen abzubremsen: Mit selbst gedruckten Franken kauft sie Fremdwährungen wie Euro oder Dollar, um so den Franken künstlich zu schwächen.

Das wiederum schlägt sich in den hohen Währungsreserven nieder. Der Anstieg im vergangenen ersten Quartal 2020 ist der höchste seit Anfang 2017. Damals nährten Spekulationen über einen Wahlsieg der Rechten in Frankreich Befürchtungen, die Euro-Zone könnte auseinanderbrechen. Auch das liess den Franken vorübergehend steigen.

Und auch aktuell ist keine Entspannung in Sicht: Zwar schwächte sich der Franken im zweiten Quartal etwas ab – aber nur vorübergehend. Derzeit kostet ein Euro 1,065 Franken.

Leistungsbilanz fällt zu Jahresbeginn schwächer aus

Die Leistungsbilanz der Schweiz fällt im ersten Quartal zudem so schwach aus wie seit über einem Jahr nicht: Die Schweizer Volkswirtschaft hat zu Jahresbeginn gut 17 Milliarden Franken mehr eingenommen als ausgegeben. Damit war der sogenannte Leistungsbilanzüberschuss aber um fast drei Milliarden tiefer als im ersten Quartal 2019. Grund dafür ist laut SNB, dass der Einnahmenüberschuss im Dienstleistungshandel kleiner war als im Vorjahresquartal. Namentlich Lizenzgebühren hätten den Ausschlag gegeben.

In der Leistungsbilanz werden alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft erfasst, wobei neben dem reinen Warenhandel auch der Handel mit Dienstleistungen (Tourismus und so weiter), Arbeits- und Kapitaleinkommen sowie laufende Übertragungen dazugezählt werden.