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Kommentar zu Ehe für alle-AussagenNur gut fürs päpstliche Image

Papst Franziskus fordert ein ziviles Gesetz für Ehe für alle. Doch die Kirche nimmt er damit gerade nicht in die Pflicht.

Revolutionär nur im Unverbindlichen: Papst Franziskus bei einer Audienz auf dem Petersplatz.
Revolutionär nur im Unverbindlichen: Papst Franziskus bei einer Audienz auf dem Petersplatz.
Foto: Franco Origlia (Getty)

Es ist eine dieser päpstlichen Aussagen, die die Welt aufhorchen, Gläubige und Journalisten frohlocken lassen: «Ein grosser Schritt vorwärts», «historisch», «revolutionär». Tatsächlich hat sich vor Franziskus kein Papst so geäussert: «Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu leben, sie sind Kinder Gottes.»

Und: «Wir benötigen ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft ermöglicht.» So lässt er sich in dem am Mittwoch in Rom vorgestellten Dokumentarfilm «Francesco» vernehmen. Die Zustimmung ist gross. Der Erklärungsbedarf ebenso.

Zunächst ist der Gedanke auch in der römischen Kirche nicht neu: Dass homosexuelle Paare vonseiten des Staates Rechtssicherheit brauchen, hatte einst schon die Schweizer Bischofskonferenz moniert. Franziskus selbst hatte sich 2010 noch als Erzbischof von Buenos Aires für registrierte Lebenspartnerschaften ausgesprochen. Mit der Absicht allerdings, damit in Argentinien das Gesetz zur Einführung der Homoehe zu verhindern. Als es dennoch erlassen wurde, sprach er von einem «Schachzug des Teufels».

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