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Von der Moschee in die Freikirche

Immer wieder treten muslimische Flüchtlinge der Kirche im Prisma bei. Beim Bund lassen solche Konversionen die Alarmglocken läuten: Es gehe nur darum, die Asylchancen zu verbessern.

Illustration: Owley

Wenn Flüchtlinge in der Schweiz ankommen, müssen sie sich in einer neuen Welt zurechtfinden. Dabei werden sie in vielen Gemeinden auch von den Kirchen unterstützt. So auch in Rapperswil-Jona. Besonders hervor­getan hat sich dort die evange­lische Freikirche Prisma. Das Engagement der Kirche wird von den Flüchtlingen geschätzt. Einige von ihnen – vor allem aus muslimischen Ländern – haben mit der Hilfe unter christlichen Vorzeichen solch positive Erfahrungen gemacht, dass sie selbst zum Christentum übergetreten sind. Im Gegensatz zur Kirche im Prisma haben die Landeskirchen keine Erfahrungen mit Konversionen gemacht. Das liege daran, dass Freikirchen aktiv missionieren, erklären Experten. In den Asylunterkünften sind die Freikirchen daher nicht gerne ge­sehen.

Von Behördenseite schlägt den konvertierten Asylsuchenden allerdings Misstrauen entgegen. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) verdächtigt sie, nur zum Christentum übergetreten zu sein, um ihre Asylchancen zu verbessern. In einigen muslimischen Ländern wie dem Iran können Konvertiten mit dem Tod bestraft werden. Eine Rückweisung wäre daher unmöglich.

Schwierige Beweislage

Doch das SEM kommt häufig zum Schluss, eine Konversion sei nur oberflächlich und könne bei einer Rückkehr versteckt werden.

Für Nima Hesabian ist das unverständlich. Für ihn kommt eine Rückkehr in den Iran trotz negativem Asylbescheid nicht infrage: Er fürchtet um sein Leben, da er in der Schweiz zum Christentum übergetreten ist. Er weiss nicht, wie er den Behörden beweisen soll, dass er tatsächlich einen ­inneren Wandel durchgemacht hat.

Hesabian ist einer der wenigen Konvertiten, die an die Öffentlichkeit getreten sind. Die Angst der frischen Christen vor negativen Reaktionen aus dem muslimischen Umfeld sei gross, heisst es bei der Kirche im Prisma.

Den ganzen Artikel zu Nima Hesabian und der Freikirche im Prisma lesen Sie hier (Abo+). «Weil Repressionen nicht selten im Namen des Islam geschehen, distanzieren sich Flüchtlinge davon», sagt der Soziologe Amir Sheikhzadegan. Ein Gespräch mit ihm finden Sie hier (Abo+).

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