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Coronavirus in der Region+++ Mascotte und Plaza unterbrechen Betrieb +++ Fallzahl steigt auch am Donnerstag +++

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in der Region im Nachrichten-Ticker.

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Zürcher Clubs leiden unter Corona
«Ohne weitere Unterstützung muss im Herbst die Hälfte der Clubs schliessen»
Die Clubszene war in den letzten Wochen wegen verschiedener Superspreader-Events immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten. Die Zürcher Bar- und Clubkommission trat am Freitag an die Öffentlichkeit und nahm Stellung zu einem möglichen Clubverbot und der schwierigen finanziellen Situation der Clubbetreiber.
SDA/Keystone
Wegen Coronavirus keine Weinschiffe am Zürcher Bürkliplatz

Das Coronavirus lässt die Expovina in diesem Jahr auf Grund laufen: Die Weinausstellung auf den Schiffen am Bürkliplatz fällt aus. Die betrieblichen Einschränkungen seien zu gross.

Die 67. Ausgabe der Zürcher Weinausstellung hätte vom 29. Oktober bis am 12. November stattgefunden. Die Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seien aber zu gross, teilten die Veranstalter am Montag mit. Die Weinmesse könne unter diesen Umständen nicht durchgeführt werden. (SDA)

ZKB öffnet Filialen wieder

Die Zürcher Kantonalbank öffnet ihre Filialen in Feuerthalen, Seen und Seuzach per 13. Juli wieder. Wie die Bank in einer Mitteilung schreibt, werden ab dann wider sämtliche Bankdienstleistungen angeboten.

Stadtzürcher Sportlager wegen Corona abgesagt

Das traditionelle Zürcher Sport-Ferienlager in Fiesch VS ist abgesagt. Grund dafür sind die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Sicherheitsauflagen.

Seit 1985 nehmen jeweils rund 700 Stadtzürcher Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 15 Jahren an diesem Herbstlager teil und probieren neue Sportarten und Freizeitbeschäftigungen aus. Dazu kommen jeweils rund 200 Leiterinnen und Leiter.

Diese Lager in Fiesch gehören zu den grössten Jugendlagern in der Schweiz. Nun hat sich die Stadt entschieden, es in diesem Jahr ausfallen zu lassen. Wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Sicherheitsauflagen könne es nicht stattfinden, teilte die Stadt am Freitag mit. Geplant war es vom 4. bis 10. Oktober. (sda)

«Vo Puur zu Puur» findet erst wieder im 2021 statt

Im September wollten neun landwirtschaftliche Betriebe im Bezirk Andelfingen ihre Türen für die Bevölkerung öffnen. Nun wird die Veranstaltung «Vo Puur zu Puur» aufgrund der besonderen Lage um ein Jahr verschoben. Dies teilen die Veranstalter am Freitag mit.

Lange habe hinsichtlich der Durchführung des Events die Zuversicht überwiegt, doch die letzten Wochen seien vermehrt von Unsicherheiten geprägt gewesen. Bei einem Treffen mit den teilnehmenden Bauernfamilien wurde deshalb gemeinsam entschieden, die diesjährige Veranstaltung abzusagen.

Dies bedeutet, dass «Vo Puur zu Puur» auf das nächste Jahr verschoben wird und am Sonntag, 19. September 2021 im Bezirk Andelfingen stattfindet.

Zahl der Badegäste in Zürich wird wieder limitiert

Die Stadt Zürich reagiert auf die rasant steigenden Corona-Zahlen im Raum Zürich. Die Zahl der Badegäste in den Bädern Utoquai und in der Frauenbadi am Stadthausquai wird wieder limitiert.

Im Utoquai gilt ab sofort wieder eine maximale Besucherzahl von 400 Personen, in der Frauenbadi eine solche von 180. So könne der Abstand von 1,5 Metern wieder eingehalten werden.

Wie der Stadtrat am Donnerstag mitteilte, prüft das Sportamt die Situation laufend. Falls nötig würden auch in anderen Bädern wieder Personenbeschränkungen eingeführt.

Wie vor einigen Wochen müssen Badegäste nun also wieder auf der Webseite des Sportamtes prüfen, ob sie Platz haben oder nicht. (sda)

Wegen den steigenden Corona-Zahlen führt die Stadt wieder eine Personenbeschränkung für die Schwimmbäder ein, vorerst im Utoquai (siehe Bild) und in der Frauenbadi am Stadthausquai.
Wegen den steigenden Corona-Zahlen führt die Stadt wieder eine Personenbeschränkung für die Schwimmbäder ein, vorerst im Utoquai (siehe Bild) und in der Frauenbadi am Stadthausquai.
Mascotte und Plaza unterbrechen Clubbetrieb

Nach dem Flamingo und dem Plaza wird ein weiterer Corona-Fall in einem Zürcher Club bekannt. Wie das Mascotte mitteilt, war auch dort ein Partygänger anwesend, der später positiv auf Covid-19 getestet wurde. Die Nachricht habe den Club am Donnerstagvormittag erreicht. Um mögliche Weiterverbreitungsketten einzudämmen, hätten sich das Mascotte und das Plaza entschieden, den Clubbetrieb per sofort zu unterbrechen, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung. Ab kommender Woche würden sie ihn unter Berücksichtigung des Schutzkonzepts wieder aufnehmen. (miw)

Zürich sucht externen Anbieter für das Contact Tracing

Die vielen neuen Corona-Fälle bringen das Contact Tracing im Kanton Zürich allmählich an den Anschlag. Der Kanton will die Kapazitäten der Virenjäger nun rasch erhöhen und sucht dafür eine externe Firma.

Das Contact Tracing an ein Unternehmen, etwa ein Call Center, auszulagern, war eigentlich seit Anfang der Corona-Pandemie geplant. Allerdings wäre dieser Schritt erst im Spätsommer oder Herbst vorgesehen gewesen. Nun muss aber alles schneller gehen: Die Zahlen im Kanton Zürich steigen wieder rasant, die Kapazität des Contact Tracings muss deshalb innerhalb kurzer Zeit erhöht werden.

Die Gesundheitsdirektion sucht aktuell noch nach einem Anbieter. Ein Sprecher der Gesundheitsdirektion bestätigte eine entsprechende Meldung des Regionaljournals Zürich-Schaffhausen von Radio SRF vom Donnerstag. Voraussichtlich kommende Woche gibt sie bekannt, wer die vielen Telefonanrufe künftig machen wird.

Aktuell sind am Flughafen Zürich 25 Personen für das Contact Tracing im Einsatz und rufen positiv Getestete und deren Kontaktpersonen an. Am Telefon sind unter anderem Mitarbeitende der Gesundheitsdirektion, der Baudirektion aber auch Polizisten.

57 neue Fälle innerhalb eines Tages

Die Zürcher Corona-Zahlen steigen wieder so stark wie letztmals im März. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 57 neue Fälle gemeldet. Bisher gab es 3910 bestätigte Fälle.

Aktuell liegen 10 Personen im Spital. Beatmet werden muss niemand. Seit Beginn der Pandemie sind im Kanton Zürich 131 Personen an den Folgen der Virus-Infektion gestorben. (sda)

48 neue Fälle am Mittwoch

Das Coronavirus breitet sich auch im Kanton Zürich wieder stärker aus. Innert eines Tages hat sich die Zahl der neu gemeldeten Neuansteckungen fast verdoppelt.

Von Dienstag auf Mittwoch wurden 48 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Das der höchste Wert seit dem 11. April (siehe Grafik).

Neue Verfügung für Club-Betreiber

Die wichtigsten Punkte der neuen Contact Tracing-Verfügung des Kantons:

  • Ab Freitag müssen die Clubs im Kanton Zürich Name, Vorname, die Postleitzahl, Handynummer und E-Mail-Adresse sämtlicher Partygänger einsammeln.
  • Die Richtigkeit der Identitäten müssen durch Kontrollanrufe oder elektronischen Tickets stets gewährleistet sein.
  • Club-Betreiber müssen die gesammelten Daten elektronisch erfassen und innert zwei Stunden dem Kanton zur Verfügung stellen können.
  • Drei Kontaktpersonen muss ein Club angeben. Eine der drei muss von 7 bis 22 Uhr für den Kanton immer erreichbar sein.
Wie geht es weiter mit den Zürcher Clubs?

Nach dem «Superspreader-Event» im Club Flamingo und weiteren Fällen in einem Club und in einer Bar will der Kanton die Gesundheit der Bevölkerung sicherstellen.

Ab 13.45 Uhr informieren Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli, Kantonsärztin ad interim Christiane Meier und der Stv. Generalsekretär und Leiter Rechtsabteilung Christian Schuhmacher über das Contact Tracing in Clubs und mögliche neue Schutzkonzepte.

Verfolgen Sie die Pressekonferenz bei uns im Livestream.

Das Flamingo muss schliessen

Die kantonale Gesundheitsdirektion hat Konsequenzen gezogen: Der stadtzürcher Club Flamingo, in dem ein Mann am 21. Juni mindestens fünf Personen mit Covid-19 ansteckte, muss seine Tore vorübergehend schliessen. «Unser Club wird dieses Wochenende geschlossen bleiben bis und mit der Nacht auf Montag», bestätigt Club-Betreiber Vito Macchia dem «Blick». Wenn er wieder aufmachen will, muss er ein besseres Schutzkonzept vorlegen.

Wie Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli am Sonntag an einer Pressekonferenz zum Flamingo-Vorfall erläuterte, waren die Präsenzlisten, welche zum Schutzkonzept gehören, nicht vollständig. Zudem war ein Drittel der von den Gästen abgegebenen E-Mail-Adressen falsch. Auch wurden Contact Tracer des Kantons am Telefon beleidigt.

Corona-Fall auch im Club Plaza

Nach den Ansteckungen im Stadtzürcher Club Flamingo hat am Mittwoch auch der Club Plaza einen infizierten Gast gemeldet. Die Clubbetreiber schreiben am Mittwoch auf ihrem Facebook-Profil, dass der Gast am 26. Juni bei ihnen gewesen sei. Über weitere Ansteckungen im Club ist bisher aber nichts bekannt.

Sie hätten umgehend mit dem kantonsärztlichen Dienst Kontakt aufgenommen und die Anwesenheitslisten eingereicht, schreiben die Betreiber weiter. Alle Gäste wurden inzwischen vom Kanton kontaktiert, eine Quarantäne wurde nicht verfügt.

Weniger Glück hatten die Gäste des Zürcher Clubs Flamingo. Am Wochenende wurde bekannt, dass ein «Superspreader» dort am 21. Juni fünf Personen angesteckt hatte. Die Arbeit der Contact-Tracer wurde aber erschwert, weil viele Besucher falsche Adressen angaben. Viele Partygänger beschimpften zudem die Anrufer des Kantons.

Auch im Aargau und im Kanton Graubünden

Um die Infektionskette zu unterbrechen, ordnete der kantonsärztliche Dienst für die knapp 300 Gäste und Angestellten des Clubs eine zehntägige Quarantäne an. Die Clubs zu schliessen, lehnte Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) damals aber noch ab.

Auch im Aargau und im Kanton Graubünden gab es bereits «Superspreader»-Events. «Superspreader" sind erkrankte Personen, die aus unbekannten Gründen sehr ansteckend sind. (sda)

Die Kurve steigt wieder an

Von Montag bis Dienstagnachmittag sind im Kanton Zürich 28 Personen positiv aufs Coronavirus getestet worden, wie aus dem neusten Lagebulletin der Zürcher Gesundheitsdirekion (GD) hervorgeht. Das sind so viele wie seit Ende April nicht mehr.

Zudem wurde bekannt, dass schon am Vortag eine weitere Person an den Folgen von Covid-19 gestorben ist, womit die Zahl auf 131 gestiegen ist. Zwölf Personen (+2) sind hospitalisiert, keine muss beatmet werden (-1). Die Zahlen der Menschen in Isolation und Quarantäne werden von der GD derzeit nicht aktualisiert.

Ende der MK

Zusammenfassung

  • Natalie Rickli appelliert an die Bevölkerung, ihre Eigenverantwortung wahr zu nehmen.
  • Contact Tracing wurde im konkreten Fall durch falsche Mailadressen und Beschimpfungen des Contact Tracing-Teams erschwert.
  • Der Kanton wird sich in den nächsten Tagen mit den Club-Betreibern zusammensetzen um eine einheitliche Lösung herbeizuführen.
  • Bei weiteren Superspreading-Events und Nichteinhalten des Schutzkonzeptes behält sich der Kanton vor, Club-Schliessungen durchzuführen.
Kommt jetzt eine Sperrstunde?

Kantonsärztin Meier sagt, dass eine Sperrstunde ein mögliches Mittel gegen unkooperative Partygänger und Club-Betreiber sei.

Wie weiter?

Rickli: «Wir sitzen nächste Woche nochmals mit den Klubbetreibern zusammen. Es darf nicht, dass uns die Partygesellschaft das Virus wieder unter die Menschen bringt.»

Werden Leute in Quarantäne kontrolliert?

Meier: «Wir rufen am Anfang an, dann am 4. und 7. Tag wieder, um die Leute zu befragen. Wir wollen aber keine Überwachungspolizei sein. Sondern fragen, wie es den Leuten geht.»

Frage: Wie lange wartet Kanton noch?

Rickli: «Nächstes Wochenende wird zeigen, ob es besser funktioniert. Wenn das nicht der Fall ist, behalten wir uns vor, Klubs zu schliessen.»

Sichtlich verärgerte Rickli

«So kann es nicht weitergehen!», sagt Rickli. Die Gesundheitsdirektorin zeigt sich enttäuscht, dass so viele Personen nict verantwortungsvoller mit der Situation umgehen. «Offensichtlich funktioniert vieles nicht.»