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Ein attraktives Paketchen

Retuschen am Grill und am hinteren Stossfänger, eine bessere Konnektivität und zwei neue Assistenten – mit diesen Änderungen geht der Hyundai i10 in die zweite Hälfte seines Lebenszyklus.

Meist sind es die Scheinwerfer, die bei einem Facelift angerührt werden oder – wenn man die Front eines Autos als Gesicht interpretiert – die Augen. Der Hyundai i10 ist da eine Ausnahme. Bei den Südkoreanern ist schon seit einer Weile Grillsaison. Jetzt hat auch der i10 mit der Modellauffrischung einen neuen, kaskadenhaften Frontkühler bekommen – einen neuen Mund, mit neckischen Zusatzscheinwerfern in den Winkeln.

Auch am Heck hat Hyundai Hand angelegt. Es gibt eine neue Schürze mit einer schwarzen Einlage, die zwei Nebelrückleuchten umschliesst. Sonst ist optisch alles, wie es war. Das ist aussen ganz gut so, sieht die 2013 lancierte zweite Generation des i10 doch nach wie vor frisch und sympathisch aus. Innen fehlt aber weiterhin der Pep. Selbst in den Versionen mit Dekorblenden ist der i10 eine charmefreie Zone.

Die Südkoreaner haben sich bei der Modellerneuerung auf das konzentriert, was sie am besten können: Komfort und Technik zum attraktiven Preis anzubieten. Während andere Hersteller bei den Kleinstwagen zum Beispiel auf Navigationssysteme verzichten und stattdessen Handyhalter installierten, geht Hyundai den konventionellen Weg, und das ist im Alltag einfach praktischer.

Das Infotainmentsystem wurde nun auf den aktuellen Stand gebracht. Der hoch platzierte 7-Zoll-Touchscreen bietet grossformatige Grafiken, das System unterstützt Apple Carplay und Android Auto, mit Tomtom-Live stehen beim Navigieren Verkehrsdaten in Echtzeit zur Verfügung. Neu sind zwei Assistenten, ein Spurhalter und ein Frontkollisionswarner, was dem Einbau einer Frontkamera zu verdanken ist.

Von den technischen Errungenschaften profitiert freilich nur die Topausstattung, die im Falle unseres Testwagens inklusive Metallic-Lackierung mit 18 940 Franken zu Buche schlägt. Das soll nicht heissen, dass die niedrigeren Ausstattungslinien des ab 9900 Franken erhältlichen i10 mit Annehmlichkeiten geizen würden. Schon in Ausbaustufe zwei darf man sich über ein beledertes Lenkrad, eine manuelle Klimaanlage und beheizbare Frontsitze freuen. Ausbaustufe drei kommt mit Tempomat, Digitalradio und Freisprecheinrichtung. Die getestete Topversion verfügt darüber hinaus über eine Klimaautomatik, ein statisches Kurvenlicht und eine Einparkhilfe.

Nimmt man die Werksgarantie hinzu, die bei Hyundai fünf sorglose Jahre verspricht, läss sich sagen, da wurde ein attraktives Paketchen geschnürt. Umso mehr, als der i10 sich mit seinen 3,66 mal 1,66 Metern als geräumiges, praktisches Stadtauto entpuppt. Selbst hinten sitzen Erwachsene passabel, mit einer guten Kniefreiheit. Der Kofferraum ist mit 252 Litern anständig gross; die hohe Ladekante gibt Abzug, ebenso dass bei umgeklappten Sitzen keine Ebene entsteht.

Motorseitig bleibt es bei den zwei Benzinern mit 1 oder 1,2 Litern Hubraum – mit 66 und 87 PS ein etwas müdes Duo. Daran gekoppelt ist ein kurz übersetztes Fünfganggetriebe mit nicht sehr präzisen Schaltgassen – vor allem der Rückwärtsgang bockt beim Einlegen. Auffällig ist auch der lange Kupplungsweg.

Um flott voranzukommen, hält man die Drehzahl im i10 intuitiv hoch. So resultiert in unserem Fahrtest mit dem stärkeren Benziner ein Verbrauch von 5,7 Litern (Werk 4,9). Der Handschalter ist dabei die bessere Wahl als die optionale Viergangautomatik, die den i10 nur träger und durstiger macht. Nichts auszusetzen gibt es dagegen am Fahrwerk, das trotz des kurzen Radstandes manierlich abrollt, und an der Lenkung. Der i10 fühlt sich bisweilen wendig und wuselig wie ein Autoscooter an und verbreitet dann sogar eine Prise Fahrspass.

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