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Ein völlig neuer, mutiger Toyota

Der Toyota C-HR ­ersetzt kein bestehendes ­Modell, sondern soll die Palette als sogenanntes Crossover-Coupé ergänzen.

Der C-HR provoziert mit Ecken und Kanten. Er wird auch mit Hybridantrieb, jedoch nicht als Diesel angeboten.
Der C-HR provoziert mit Ecken und Kanten. Er wird auch mit Hybridantrieb, jedoch nicht als Diesel angeboten.

Für einmal waren sich sämtliche an einer Fahrzeugpräsentation Anwesenden einig; was Toyota ihnen vorgesetzt hat, wird als sehr mutig taxiert, das hatte man dem japanischen Riesen nicht zugetraut. Später kommt der Gedanke auf, Toyota habe sich vom Nissan Juke inspirieren lassen; ebenfalls ein gewagt designtes Produkt und äusserst erfolgreich. Der C-HR – «Sii Eitsch Ar», für Coupé High Rider – zielt auf eine ähnlich gelagerte Kundschaft, dient sich aber auch mit einer Hybridversion an, während der Juke wahlweise mit Dieselmotor erhältlich ist. Ein Selbstzünder existiert im C-HR-Programm hingegen nicht und ist auch nicht zu erwarten.

Weil Design Geschmacksache bleibt, sollte man darüber nicht zu viele Worte verlieren; beim hauptsächlich in Europa entwickelten und in der Türkei gebauten fünftürigen C-HR darf man aber eine Ausnahme machen. Der provoziert nämlich an allen Ecken und Kanten und bietet dem Auge auf seiner Grundfläche von 4,36 mal 1,8 Metern viel Abwechslung, mit scharf herausgemeisselten Leuchteinheiten und dick ausgestellten Radhäusern. Dank 1,55 Metern Höhe ragt das Coupé rund 10 Zentimeter weiter in den Himmel als kompakte Limousinen und bietet so einen bequemen Ein- und Ausstieg.

Gut gelungen ist das Kaschieren der hinteren Seitentüren mit den hochgelegten Griffen; die Bezeichnung Coupé lässt sich rechtfertigen. Was sich dann auch im gefühlten Ambiente im Fond äussert: Das Verstauen selbst langer Beine gelingt zwar ordentlich, aber die breiten C-Säulen in Verbindung mit der hohen Fenster­linie sowie den schwarzen Verkleidungen bis hin zum Dach lassen eine Stimmung wie im Kohlekeller aufkommen.

Dahinter ist Platz für 377 Liter Gepäck. Die Rückenlehnen sind im Verhältnis 33/66 klappbar. Dass die Neukonstruktion mit den meisten modernen Assistenzsystemen aufwarten kann, versteht sich heute von selbst. Der 1,2- Liter-Turbobenziner – der gleiche Motor wie im Auris – bringt im C-HR 115 PS und 185 Newtonmeter maximales Drehmoment zustande. In Verbindung mit dem Sechs-Gang-Schaltgetriebe reicht dies völlig, um anständig vorwärtszukommen. Der Normverbrauch beträgt 5,9 Liter auf 100 Kilometer, was einem CO2-Ausstoss von 135 Gramm pro Kilometer entspricht. In 11,4 Sekunden beschleunigt er die rund 1,3 Tonnen Gewicht auf Tempo 100, und dank Aufladung gibt sich der Vierzylinder auch sehr elastisch.

Die gleiche Maschine in der Allradversion fährt sich nicht so munter, weil sie serienmässig an ein stufenloses Automatikgetriebe (CVT) gekoppelt wird und zudem 70 Kilogramm mehr Gewicht schleppen muss. Ausserdem nervt die Schaltbox mit dem bekannten Gummibandeffekt. Die Daten für den 1.2 T Allrad/Multidrive S: 0 auf 100 km/h in 11,9 Sekunden, 141 Gramm CO2/km, Verkaufspreis in der Version Comfort ab 32 500 Franken, 3800 Franken mehr als der handgeschaltete Fronttriebler.

Über dem 1.2 Turbo rangiert der 1,8-Liter-Sauger-Hybrid mit 122 PS Systemleistung (wie im Prius), inklusive CVT-Automatikgetriebe. Der Normverbrauch dieser Variante liegt bei 3,9 Litern auf 100 Kilometer (87 g/km), der Verkaufspreis startet bei 31 900 Franken. Ein Package, welches sich am Berg als nicht sonderlich überzeugend dargestellt hat; zumindest hätte man erwarten dürfen, dass im sportiv positionierten C-HR die 136-PS-Variante aus dem Prius Wagon zum Zuge kommt.

Passend auf Otto Normalverbraucher abgestimmt ist das souverän federnde Fahrwerk in Verbindung mit bequemen Vordersitzen. Auch an der logischen Bedienung gibt es nichts auszusetzen, obwohl sich die Innenarchitektur ähnlich spannend präsentiert wie das Äussere.

Vorderhand gilt, dass Toyota Schweiz im ersten vollen Verkaufsjahr 2500 Einheiten vom C-HR absetzen will, was ziemlich ambitioniert erscheint, weil es eben nur die drei genannten Varianten gibt; einen handgeschalteten Allradler würden sich zumindest die Bündner und Walliser wünschen. Gemäss Importeur sollen die Hybridverkäufe rund die Hälfte aller C-HR-Auslieferungen ausmachen, also eher ein Auto für die Städte und Agglomerationen. Dort passt dieses coole Auto auch bestens hin.

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