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Nicht nur preislich weit vorne

Der Audi A3 wurde überarbeitet. Das meistverkaufte Modell der Ingolstädter erhält zwei neue Motoren und modernere Technik.

Natürlich, stänkern kann man immer. «Sieht seit Jahren gleich aus», «Viel zu teuer», «Alles andere als innovativ» sind die Kommentare zum neuen Audi A3, wenn man sich in einschlägigen Foren umschaut. Dabei ist der Kompaktwagen der klare Bestseller der Ingolstädter, und die verkaufen ja nicht gerade wenige Autos. Der A3 ist folglich durchaus sehr beliebt, in der Schweiz lag er 2016 auf Gesamtrang 8 in den Verkaufscharts, und das obwohl die aktuelle Modellgeneration bald vier Jahre auf dem Buckel hat. Nehmt das, ihr Stänkerer!

Zur Zyklusmitte hat Audi den A3 nun überarbeitet, ihm etwas modernere Technik und zwei neue Motoren verpasst – Grund genug für uns, den hochpreisigen Kompaktwagen erneut zur Ausfahrt zu bitten. Und auf den ersten Blick wird klar, dass die Forums-Stänkerer neue Munition aus Ingolstadt erhalten: Am Design wurde nämlich tatsächlich kaum etwas geändert, und ja, der Preis ist nach wie vor sehr hoch. Unser Testwagen ist mit 65‘330 Franken angeschrieben – das ist viel für einen Kompaktwagen mit Vierzylindermotor, egal wie gut er ausgestattet ist.

Und das ist er freilich. Das Highlight ist, wie in anderen Audi-Modellen auch, das virtuelle Cockpit, das allerdings, wie so vieles, Aufpreis kostet. Doch die 600 Franken sind es wert: Der grosse Bildschirm hinter dem Lenkrad, der alle erdenklichen Informationen grafisch schön aufbereitet und gut im Blickfeld des Fahrers darstellt, ist das derzeit beste Angebot dieser Art und stellt somit die Benchmark für alle anderen Hersteller.

Ein Facelift geht heute fast immer mit einem Update der Assistenzsysteme einher, und so hat auch der Audi A3 für die zweite Zyklushälfte eine zusätzliche Portion Sicherheit erhalten. Neu ist der Stauassistent, der das Auto im Stop-and-go selbstständig beschleunigt und abbremst. Erstmals erhältlich ist auch der optionale Emergency Assist, der automatisch bis zum Stillstand abbremst, wenn trotz Warnungen keine Lenkaktivität des Fahrers erkannt wird. Der neue Querverkehrassistent warnt vor hinter dem Fahrzeug querendem Verkehr, beispielsweise wenn man rückwärts aus einer Parklücke stösst. Zudem wurde der Front Assist mit Fussgängererkennung verbessert und der Spurhalte­assistent modernisiert.

Gleich zwei neue Turbo-Benzinmotoren bringt der A3 in seine zweite Zyklushälfte mit, einen 1-Liter-Dreizylinder und einen 2-Liter-Vierzylinder, der den bisher erhältlichen 1,8-Liter ersetzt. Wir fuhren den 2-Liter in der Version Sportback, also im Kombi, und zwar mit Doppelkupplungsgetriebe und Frontantrieb. Eine gute Kombination, wenngleich wir natürlich den Allradantrieb bevorzugen würden – der Quattro kostet allerdings nochmals 2500 Franken mehr.

Der neue Motor mit 190 PS beschleunigt munter und mit einem kernigen Klang. Eine kleine Sensation ist seine Drehmomentkurve: Die satten 320 Newtonmeter stehen nämlich zwischen 1500 und 4200 Umdrehungen konstant an. Der A3 hat somit in jeder Fahrsituation ordentlich Druck auf der Kette.

Im Einsatz zeigt sich dann, dass der Audi A3 trotz gleicher Plattform einen ganz anderen Charakter aufweist als seine Cousins VW Golf, Seat Leon und Skoda Octavia. Der A3 rollt grundsätzlich kultiviert ab, kann aber dank Magnetic Ride Control auch straff sein, wenn es verlangt wird. Die Lenkung ist gewohnt exakt und gefühlvoll, das Kurvenverhalten lange neutral – genau so wünscht man sich das. So ist der überarbeitete Audi A3 nach wie vor weit vorne in der hart umkämpften Kompaktklasse – und das nicht nur preislich.

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