YoungMum

Vom Älterwerden

Ein Kampf gegen Windmühlen? Bloggerin Silvia Makowski geht in ihrem neusten Beitrag der Frage nach, ob dem Altern, zumindest äusserlich, die Stirn geboten werden kann.

Ayurveda-Therapie, Pilates und teure Pflegeprodukte: Die Youngmum im Kampf gegen das Älterwerden.

Ayurveda-Therapie, Pilates und teure Pflegeprodukte: Die Youngmum im Kampf gegen das Älterwerden. Bild: Adobe Stock/Symbolbild

Sechs Monate ist es her, seit ich nach dem Mutterschaftsurlaub ins Büro zurückgekehrt bin und wie folgt von einem meiner Arbeitskollegen empfangen wurde: «Silvia! Du siehst ja noch jünger aus als vor den Kindern! Wahnsinnig!» Die Extrakilos von der Schwangerschaft waren bereits weg und ich strahlte mit meinem neuen Selbstbewusstsein als zweifache Mutter.

Und gestern, also sechs Monate später, wurde ich beim Lunch von einer Arbeitskollegin darauf hingewiesen, dass ich älter aussehe, als ich eigentlich sei. Wie taktlos, dachte ich mir. Zurück am Schreibtisch fragte ich in meinem Entsetzen eine andere Kollegin nach ihrer Meinung und bekam zur Antwort, dass ich tatsächlich älter aussehe als ich sei, man müsse da ja nicht gross drum herum reden. Noch am gleichen Tag liess ich mir auf dem Nachhauseweg eine neue Augencrème aufschwatzen, welche Wunder bewirken soll. Ich solle Fotos von meinen Augen machen von heute und dann 3 Monate später, ich würde den Effekt dann sehen. Wenn’s nützt, warum nicht!

Zeit für eine Analyse

Zuhause meinte mein Mann, dass meine Arbeitskollegin doch bloss neidisch sei und es nicht stimme, was sie sage. Ich sehe aus wie fünfundzwanzig. Meine Schwägerin, die gerade zu Besuch war, fasste es in andere Worte: «Jeder sieht doch ALT aus, wenn er den ganzen Tag gestresst ist und schlecht gelaunt herum läuft.» Das gab mir den Rest. Jetzt wird’s Zeit für eine Analyse. Wie lebe ich? Wieviel schlafe ich? Habe ich Zeit zum Entspannen? Bin ich nach sechs Monaten als arbeitende Mutter so ausgebrannt, dass man es mir ansieht?

Schlaf und Entspannung

Um etwas runterzufahren, buchte ich einige Tage später eine Ayurveda Massage. Die Begrüssung des Therapeuten mit: «Oh, dich hätte ich fast nicht erkannt!» half natürlich nicht. Die Massage war wunderbar und ich fühlte mich etwas entspannter. Ich erinnere mich gerne an unseren Malediven Urlaub vor 3 Jahren, als ich wie verwandelt aus dem SPA kam. Frisch und erholt sah ich aus, man hätte es mir von weitem angesehen, dass es mir einfach wunderbar ging. Schade, dass ich für so ein Erlebnis 3 Jahre in die Vergangenheit zurückgehen muss. Die kürzliche Ayurveda Massage hat mich zwar nicht gerade verwandelt, aber es war ein Anfang. Auch gab mir der Therapeut einige Inputs, was ich überdenken solle, um ein Burnout zu vermeiden.

Die innere Antriebskraft

Das verwunderliche ist, dass ich immer noch Berge versetzen könnte und mir jeden Tag und Abend so verplane, dass am Schluss alles gemacht ist. Mein Ayurveda-Therapeut stellte fest, dass ich wohl immer so weitermachen würde, bis ich irgendwann einfach umfallen würde. Uch! Das wollen wir nicht. Es muss ein Plan her.

Neue Gewohnheiten

Wie bringt man nun Ruhe und Entspannung in einen verplanten Alltag? Dass ich nicht einfach in einen Entspannungsurlaub verreisen kann, ist klar. Dass ich nachts aufgrund meiner Kinder nicht durchschlafen kann, auch. Trotzdem gibt es noch Raum für Änderungen:

  • Pilates. Pilates zu Hause um 23:00 Uhr nach einem anstrengenden Tag ist zwar ein gut gemeinter Vorsatz, leider auch ein unrealistischer. Vielmehr werde ich in Zukunft 1-2 Mal in der Woche die Mittagspause nutzen, um wieder ins Pilates zu gehen. Es hält den Bauch schön flach, macht einen beweglicher und stärker.
  • Zeit für mich. Bewusst einige Abende in der Woche einplanen, welche ich, nachdem die Kinder schlafen, nicht mit Aufarbeiten von irgendwelcher Arbeit am Laptop verbringe, sondern mit süssem Nichtstun abrunde.
  • Mindestens einmal pro Monat mit Freundinnen ausgehen. Als Zweifach-Mama leider eine Seltenheit, mit etwas Organisation kann man sich den Spass aber gönnen. Für nächste Woche bereits geplant: Ladies Night mit passendem Kinofilm „Bad Mums II“. Cocktails inclusive.
  • Mehr Wert auf Pflegeprodukte legen. Ist man über 30 Jahre alt, muss man einfach eine gute Gesichtspflege haben und zwar das ganze Packet mit allen Masken, Seren, Crèmes, Peelings und Kuren. Schon ab dem 25. Lebensjahr beginnt die Gesichtshaut zu altern, da Kollagen nur noch verlangsamt aufgebaut wird, wie ich mir habe sagen lassen. Die Haut verliert massiv an Elastizität. Um das zu vermeiden kann man sich entweder von Computern fernhalten, die die Augen müde machen und somit Augenfältchen begünstigen, sich wie die Asiaten von der Sonne fernhalten oder sich für ein stressfreies Leben entscheiden. Alle anderen müssen sich mit Augen- und Lachfältchen abfinden.
  • Ernährung. Kürzlich hat Elizabeth Hurley verlauten lassen, dass sie mit ihren 52 Jahren so zauberhaft jung aussehe, weil sie jeden Morgen ein Glas warmes Wasser trinke. Dies rege die Körpertemperatur und den Kreislauf an und entgifte den Körper auf natürliche Weise. Probiere ich gerne mal aus.

Die Schlussfolgerung

Mein Ayurveda-Therapeut fragte mich, ob ich nicht noch eine Sitzung beim indischen Ayurveda-Arzt buchen möchte, welcher wieder in die Schweiz kommt. Dankend lehnte ich die etwas übertriebene Behandlung ab, schliesslich bin ich ja nicht krank, nur etwas müde. Und welche Mutter ist schliesslich nicht müde? Mit etwas mehr Achtsamkeit, ein bisschen mehr Schlaf und auch mal hinsetzten statt herumrennen wäre eine gute Basis gelegt für ewige Jugend. Augencrème hin oder her.

Herzlichst,

YoungMum (landbote.ch)

Erstellt: 11.01.2018, 11:04 Uhr

Über YoungMum

Silvia Makowski ist Mutter von zwei Töchtern, Bankangestellte und nebenbei freischaffende Texterin. Sie ist Verfasserin des Blogs «YoungMum.ch», in dem sie regelmässig über das Muttersein und den Familienalltag berichtet. Sie hat eine grosse Leidenschaft für Wörter, Sätze und Geschichten und lebt mit ihrer Familie im Raum Zürich.

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