Kolumne

Absurdes Gebell und (k)eine Lösung

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In Gundetswil plant der Tierschutzverein Winterthur ein Heim. Für Meerschweinchen, Kaninchen und Katzen. Jöö. Und für Hunde. Auch herzig, aber mit Fussnote. Hunde bellen. Können bellen, muss man sagen, denn laut geworden ist es in Gundetswil bisher nicht. Schon das hypothetische Gebell aber stört die Anwohner beim Mittagsschlaf.

Das ist verständlich. Gebell stört, Rasen mähen stört und erst recht stört Kindergeschrei. Immer vorausgesetzt der Hund oder der Rasenmäher ist nicht der eigene und die Kinder sind nicht die Enkel.

Fleiss und Preis haben nichts mehr miteinander zu tun in einer Gesellschaft, in der Banker nach einem Verlust Boni erhalten.

Verblüffender als die Skepsis der Gundetswiler ist jedoch der Zwang, in dem geplanten Tierheim eine Mindestzahl an Hunden halten zu müssen. Ohne ein Mindestmass an Lärm und Gerüchen könne ein Tierheim in der Landwirtschaftszone nicht bewilligt werden, sagt der Kanton. Mit Lärm und Gerüchen auch nicht, sagen die Nachbarn.

Unsinnigkeiten gibt es viele rund um den Planeten. Einst lehrte man der Jugend das Sprichwort «Ohne Fleiss kein Preis». Heute lachen die Schüler darüber und wollen die Million sofort. Fleiss und Preis haben nichts mehr miteinander zu tun in einer Gesellschaft, in der Banker nach einem Verlust Boni erhalten. Umgekehrt wurde früher der Träger einer Tätowierung mit Drogen, Verbrechen und dem Milieu in Verbindung gebracht. Heute trägt auch der langweiligste Milchbauer einen Totenkopf auf der Wade. Kein Hahn kräht ihm hinterher.

Wohin also mit den uner­wünsch­ten Kläffern? Wir könnten jedem Vegetarier zwangsweise eine Hundewaise zuteilen. Der eine isst aus Überzeugung kein Fleisch, der andere frisst Fleisch, weil er nicht anders kann. Das wäre wunderbar absurd. In die eine Schale kämen am Morgen die Trockenfrüchte, in die andere das Trockenfutter. Aufpassen müsste man nur darauf, dass die richtige Schale auf dem Tisch landet und die andere am Boden. (Der Landbote)

Erstellt: 19.05.2017, 10:16 Uhr

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