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Beton ist auch eine Lösung

Wachstum kann etwas Schlechtes sein. Das wurde den Winterthurern diese Woche indirekt in Erinnerung gerufen, als der Wirt des «Schützenhauses» vormachte, wie man Wachstum auch verhindern kann: Weil ihm die Seerosen zu üppig wucherten und den Fischen den Sauerstoff wegnahmen, hat der Wirt die Ufer des Schützenweihers einbetoniert. Die idyllisch wirkenden Pflanzen, so der Gedanke, könnten dann nun nur noch in der Seemitte spriessen.

Beton gegen Probleme, wäre das nicht auch ein Rezept für die Stadtregierung?

Beton gegen Probleme, wäre das nicht auch ein Rezept für die Stadtregierung? Auch sie hat Probleme mit üppigem Wachstum: Schulden und Soziallasten wachsen seit Jahren ins Unermessliche. Der Privatverkehr und die Forderung nach mehr innerstädtischen Parkplätzen schiessen ins Kraut.

Und an Winterthurs Rändern wuchern familienfreundliche Wohnsiedlungen. Statt der ersehnten Arbeitsplätze kommen viele neue Winterthurerinnen und Winterthurer dazu und bringen neue Schulkinder in die ohnehin schon überfüllten Schulhäuser.

Warum also nicht die Probleme zubetonieren! Das Loch in der Stadtkasse wird mit Pumpbeton versiegelt, damit keine neue Kostenblüten spriessen können. Und auch das Verkehrsproblem lässt sich nach dem einfachen Rezept des Wirtes lösen, mit Beton.

Wetten, dass sich der Motorfahrzeugverkehr auf einen Schlag beruhigt, wenn man die städtischen Einfallsachsen zubetoniert? In der Mitte könnte man eine schmale Gasse für Velos und Busse offen lassen. Trägt man den Beton schön flächig auf, könnten die Pendler an der Peripherie günstig parkieren. Und in der Innenstadt bleibt den Menschen etwas mehr Platz und Sauerstoff – wie den Fischen im Weiher.

(mö/mig)

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