Kolumne

Die Chancen eines Spinnennetzes

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Die Natur ist schon clever. Sie weiss sich zu helfen. Jüngstes Beispiel: die Gespinstmotte. Ihr Werk ist heuer – dank des milden Winters und vorangegangenen trockenen Sommers – in der Region besonders häufig zu beobachten.

Unter einem feinen Spinnennetz, das wohlgemerkt einen ganzen Busch einhüllt, fressen sich die Larven des Nachtfalters in aller Ruhe durch die Äste. Und lassen kein grünes Blatt übrig. Denn dank der feinen weissen Spinnfäden, können ihnen weder stürmische Landluft, Regentropfen noch gefrässige Vögel etwas anhaben. Die Motte legt ihren Nachkommen also quasi ein Schutzdach an. Dazu sieht es auch noch schön aus: Als stünde der Strauch in voller Blüte.

Clever von der Natur, dass sie uns Menschen nicht mit solchen Tools ausgestattet hat. 

Man denke nur, was ein solches vor Blicken schützendes Spinnennetz dem Menschen für Möglichkeiten böte. Ich beispielsweise würde mich, solchermassen eingehüllt, im Dorfladen durch das Schoggi-Regal knabbern. Zugegeben, so ganz unbemerkt würde das wohl nicht über die Bühne gehen. Kunden und Ladenangestellte würden sich sicherlich über das Gespinst wundern, das im Laden von Auslage zu Auslage zieht.

Besser geeignet wäre hier wohl ein «invisibility cloak» oder Tarnumhang, wie er bei Harry Potter und seinen Freunden zum Einsatz kommt. Man müsste dann einfach höllisch aufpassen, dass einen niemand über den Haufen rennt. Denn wie eingefleischte Fans des Zauberlehrlings wissen, werden die Körperteile unter der Decke zwar unsichtbar. Fühlen und hören kann man sie aber trotzdem noch.

Clever von der Natur also, dass sie uns Menschen im Gegensatz zu den Motten nicht mit solchen Tools ausgestattet hat. Zu gross wäre wohl die Versuchung, Dinge zu tun, die nicht ganz ok sind. Auch ohne Tarnumhang leisten wir uns ja schon einiges. Vor allem dann, wenn wir uns unbeobachtet fühlen. Weshalb sonst nehmen Vandalismus und Litteringvorfälle sofort ab, sobald Videokameras installiert sind? (Der Landbote)

Erstellt: 01.06.2017, 15:28 Uhr

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