Zum Hauptinhalt springen

Ein Dankeschön fürs Schräubchen

Es gibt in der Stadt ja jenen Laden in der Grüze, wo Handwerker verkehren und auch Laienwerker wie der Stadtverbesserer hin und wieder was posten. Man läuft an Werkzeugen und Maschinen vorbei, deren Namen man noch nie gehört hat. Und ganz hinten links im Laden stehen Männer am Tresen vor einem Kleinteil-Lager, das riesig sein muss. Männer, die jedes noch so seltsame Teil benennen können. Man kommt, hält einem der Männer unter die Nase, was man sucht. Dieser schaut, misst kurz mit der Schublehre und sagt dann ganz locker, was es ist, das der Kunde braucht. Er sagt Sechskantmutter oder Sicherungsmutter, Flügelmutter, Senkmutter, Schlitzmutter, Nutmutter, Käfigmutter oder was auch immer. Und das Faszinierendste: Selbst die Lehrlinge kennen schon die meisten dieser Bezeichnungen.Einer dieser Stifte bediente kürzlich den Stadtverbesserer. Und er verzog keine Miene, als der Hilfesuchende sein Anliegen vorbrachte: Er hatte kürzlich eine teure Mundharmonika deutscher Bauart gekauft, um seinem Hobby, der Musik, zu frönen. Und an diesem kleinen Instrument ging schon bald ein Schräubchen verloren, sodass die silberne Abdeckung lotterte. Der junge Mann hinter dem Hasler-Tresen (es wurde ja wohl mittlerweile klar, von welchem KMU hier die Rede ist), dieser Helfer mit der Schublehre nahm Mass, ging nach hinten und kam mit einem Schräubchen samt Mütterchen wieder nach vorn - und sie passten.

Das Beste aber kommt noch: Auf die Frage, was das koste, winkte der junge Mann ab: Das sei schon in Ordnung so. In seiner Freude vergass der Kunde völlig, nach der korrekten Bezeichnung des Ersatzteils zu fragen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.