Kolumne

Ein runder Tisch für alle!

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Keiner will sie. Zumindest bis jetzt. Die grosse Baumscheibe einer Silberpappel, die seit über 40 Jahren an der Wand des Eingangsgebäudes zur KlosterinselRheinau hängt. Wegen der Umbauarbeiten muss die Scheibe, die einen stolzen Durchmesser von 2,2 Metern aufweist, weg. Weder Familie Blocher noch der Gemeinderat sehen für das«Artefakt» Verwendung. Dabei könnte doch so viel Neues aus dem gut 150 Jahre alten Stück Holz entstehen.

Die Scheibe könnte zum Beispiel den Weinländer Schützen als Ehrenzielscheibe dienen. Nur der Schützenkönig darf sich einmal pro Jahr an ihr messen. Natürlich muss es ein Privileg bleiben, sonst ist das alte Holz schnell hin. Naturfreunde sehen in demTotholz auch einen Nutzen. Mit Löchern versehen wäre es die 5-Stern-Variante eines Bienenhotels und die Rinde könnten Biberbeobachter an der Thur als exklusive Guetsli für ihre Ansichts­exemplare nutzen. Im Sommer könnte die Scheibe auch als prächtiges Floss dienen und das historische Pendant zu den Gummibötli bieten, die im Sommer auf Thur und Rhein treiben.

Hmmm, alles gute Ideen. Wenn denn die Silberpappel nicht so ein Mimöschen wäre. Sie ist eher Museumsstück als Nutzholz und somit wäre ihr Niedergang eine Schande, hat sie es doch bisher geschafft, so einige historische Wendungen zu überstehen. Einige Weinländer sollten sich doch ein Beispiel an der Genossenschaft «Rössliriiti für Alli» nehmen. Sie betreibt mit dem 140-jährigen Karussell auch ein Museumsstück und bringt es unter die Leute statt hinter Glas. Gründen könnte man somit die Genossenschaft «Än rundä Tisch für Alli». Die prächtige Scheibe diente, mit ein paar Beinen versehen, im wahrsten Sinne des Wortes als runder Tisch. Wer etwas Schwieriges zu verhandeln hat, seien es Finanzen, Steuerreformen, Schulfusionen oder die Beiträge für den Erhalt eines Bades, könnte das Stück gewachsene Geschichte ordern und käme dank seiner weisen Ausstrahlung sicher zu Lösungen.

Erstellt: 09.12.2016, 11:01 Uhr

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