Stadtverbesserer

Fernbedient

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Der Uhrenturm auf dem Merkurplatz im Schatten des Einkaufszentrums ist seit jeher (also seit 2014) ein eher kurioses Ding. Nun aber hat dieses «Stadtspielwerk» auch noch die letzte Gemeinsamkeit mit traditionellen Glockenspielen abgelegt: die Gebundenheit an die Zeit. Setzte sich die Mechanik nämlich bislang nur zur vollen Stunde in Gang, lässt sie sich nun willkürlich an- und ausschalten, mit einer Fernbedienung. Die Stadtführer von Winterthur Tourismus werden damit Herren über ein kleines Spektakel – warum auch nicht.

Man mag vom Stadtspielwerk halten, was man will, eines muss man anerkennen: Es hat Winterthur eine faszinierende neue Idee gebracht – eine Fernbedienung für die Stadt. Wie schön wäre es doch manchmal, eine Grussbotschaft des Regierungsrates per «Mute»-Knopf einfach stummzuschalten. Wie praktisch, nachts im Bett mit ein paar Knopfdrücken die Kirchenglocken leiser oder lauter zu stellen.

Und erst der Pausenknopf: Bei Orange noch über die Kreuzung – eine Leichtigkeit. Und dass einem Bus oder Zug vor der Nase wegfahren, wäre auch passé. Den Lichterzauber der Weihnachtsbeleuchtung könnte man ausschalten, wenn einem nicht danach ist, und im Einkaufszentrum das ewig nervige «Last Christmas» einfach überspringen – paradiesisch!

Bleibt die Frage, wem man so viel Macht anvertrauen könnte und wer über die Vergabe entscheiden sollte. Die lokale Verwaltung und die lokale Politik sind nicht unbedingt geeignet. Die tun sich schon mit einem Moscheeschlüssel schwer. Wer auch immer aber diese wundersame Fernbedienung unter dem Weihnachtsbaum vorfinden sollte, es sei an ihn oder sie ein Wunsch gerichtet: Lassen Sie nicht unversucht, die US-Politik der nächsten vier Jahre zu überspulen! (Landbote)

Erstellt: 10.11.2016, 15:05 Uhr

Der Stadtverbesserer.

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