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Feuerstelle

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Es ist schon ein paar Jahre her, seit der «Landbote» jeweils am Donnerstag das Kulturmagazin «Spots» herausbrachte. Eine Ausgabe aus dieser Zeit ist dem Autor dieser Zeilen aber noch in allerbester Erinnerung. Es war Sommer in Winterthur und das Cover des «Spots» zierte ein Schild: «Nix los» stand darauf lapidar.

Das Freizeitangebot ist seither gewachsen, mit der Stadt, der Individualgesellschaft und einer gefühlt immer kaufkräftigeren Jugend. Und doch verfällt Winterthur im Sommer noch immer in einen sanften Dornröschenschlaf. Das Kino Cameo – um nur ein Beispiel zu nennen – hat am Samstagabend seinen letzten Film gezeigt. Die Leinwand bleibt jetzt sechs Wochen blank.

Ein Ort aber hält wacker die Stellung, nicht als einziger – zugegeben –, aber demonstrativer als alle anderen: das Kraftfeld auf dem Lagerplatz, das, 1996 gegründet, zu den Pionieren der Winterthurer Clublandschaft gehörte, wie wir sie heute kennen. Hier gibt es im Sommer für alle Daheimgebliebenen immer Dienstag-, Donnerstag- und Samstagabend die «Ueberleb.bar», mit Pingpong, Pétanque, Bier und Drinks, offenem Grill und Musik.

Wer will, bringt seine Verpflegung selber mit. Cervelat, Pouletspiessli oder Rindshuft – was man eben mag. Dazu eine Tüte Chips, ein Bürli, einen Salat in Tupperware, das Nötigste anBesteck, und es kann losgehen. «Selbst-Befeuerung» steht auf dem Grill, einem Stück Recy­clingkunst aus den Überresten der lokalen Industriegeschichte. Hauptsache, unkompliziert! Im Kraftfeld kokettierte man schon immer mit dem Unprätentiösen.

Für Kurzentschlossene, Feierabend- und Wochenendträge gibt es auch eine kleine Karte. Zur Wahl stehen eine tipptoppe Veltemer Bratwurst, eine kräftige Engadiner Wurst mit Speckwürfeln und ein ganz passables Gemüseschnitzel für jeweils 5 Franken respektive für 11 in Begleitung eines Kartoffelsalats, mit roten Bohnen an mittelschwerer Mayonnaise.

Wir nehmen einmal alles und stellen uns an die Feuerstelle. Denn auch das bestellte Grillgut kommt roh auf den Palmblatt­teller – sonst macht die Sache ja keinen Spass. Dazu ordern wir einen Gin Sul mit Fever-Tree-Tonic (16.–) sowie einen Death in the Storage Bin (14.–) von der Sommerdrink-Karte, beides eine gute Wahl. Dann plätschert der Abend dahin. Ein Schwatz hier, einer da. Bekannte Gesichter tauchen auf, auch solche, von denen man noch immer nicht den Namen kennt. Viele sindmit dem Kraftfeld mitgealtert. Es ist wie früher, als wirklich gar nichts los war im Winterthurer Sommer, es ist wunderbar. (Landbote)

Erstellt: 19.07.2017, 11:24 Uhr

Angerichtet

Kraftfeld

Lagerplatz 18, Sulzer-Areal, www.kraftfeld.ch.

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