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Freundschaft

Die Bibliothek Hegi, gleich bei mir um die Ecke, ist einer meiner Lieblingsorte in Winterthur. Insgeheim zähle ich die ausgesprochen freundlichen Bibliothekarinnen zu meinem erweiterten Freundeskreis. In der Bibli tummeln nicht nur Bücherwürmer. Gelegentlich werden an den Tischen zwischen den Buchregalen Gesellschaftsspiele gespielt. Es wird gestrickt, geplaudert, Tee oder Kaffee getrunken.

Warme Getränke, nette Menschen und Bücher, viel mehr braucht es nicht für das vollkommene Glück. Vor allem dieser Tage. Über die Schweiz tobt eine Kältewelle, ein Eistag folgt auf den anderen. Meine Spaziergänge fallen eher kurz aus und ich beende sie gerne in der heimeligen Bibliothek, wo ich in den Buchregalen stöbere oder im Fach mit den DVDs. Ab und zu leihe ich einen Film aus. Ist es draussen kalt und düster, darf die Abendunterhaltung humorvoll sein. So blieb ich letzthin am Film «Guardians of the Galaxy» hängen.

Der Science-Fiction-Streifen erwies sich, wie erwartet, als amüsant. Auch wenn die Hauptprotagonisten vom Leben gebeutelt und einsam waren – bevor sie aufeinandertrafen. Im Film freunden sie sich an. Das Schicksal und die eigenen Entscheidungen schmieden die fünf Einzelgänger zu einer Familie. Happy End! Jemanden zu finden, der mit einem durch dick und dünn geht, ist der Wunschtraum aller Menschen. Die Protagonisten im Film werden belohnt und ... was danach kommt, bleibt uns verborgen.

Ist Freundschaft etwas für die Ewigkeit? Was braucht es, um sie am Leben zu erhalten?

Ist Freundschaft etwas für die Ewigkeit? Was braucht es, um sie am Leben zu erhalten? Während A meint, er habe viele Freunde, da er von anderen eigentlich wenig erwarte, hat B gerade mal einen guten Kollegen, der auch noch genaue Kriterien erfüllen soll, denn B hat Bedingungen. Sein Lieblingsspruch lautet: «Ich habe eben meine Prinzipien!» Wer nicht spurt, muss bei ihm über die Klinge springen.

Wenn du mich liebst, dann ... Sind denn nicht alle Konflikte das Resultat unterschiedlicher Vorstellungen? Der eine hat etwas gesagt, getan oder irgendetwas unterlassen, und «Zack!» gibt es Zoff. Doch was wäre sonst noch möglich? Ich zum Beispiel habe mir angewöhnt, das (normale) Verhalten meiner Mitmenschen keinesfalls zu bewerten. Denn ich habe die Wahl, Geschehnisse als inakzeptabel zu taxieren oder als Missverständnis oder Ungeschick. Wer nicht anders will, als beleidigt zu sein, könnte sich die Frage stellen, was ihm wichtiger ist: seine Beziehungen oder seine Prinzipien. Die Bibliothekarin unseres Vertrauens hat so oder so, ganz bestimmt, das passende Buch dazu.

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