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Harakiri ist anders

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Das Stadttor hat den Charme einer schmuddligen Telefonkabine. Ein bisschen klebrig, ein bisschen muffig, schummrig und viel zu eng. Gerade die Ladenpassage, aber auch die Perrons machen schlechte Laune. Ein letzter Blick an die regenbogenfarbenen Träger des Parkdeck(el)s, und endlich rollt die S12 ein. Hier, im Bauch des Bahnhofs, mit Stäbchen nach Sutomaki und Sashimi zu greifen, klingt leicht absurd. Wir ­geben dem japanischen Res­taurant Ichiban 178 aber eine Chance. Ankunft: Draussen schütten zwei Mittvierziger die Bierdosen in sich hinein, drinnen sind die meisten Tische leer. Man begrüsst uns nett.

Unser erster Eindruck: schlicht und sauber, nicht ungastlich. Rasch werden wir auf das All-you-can-eat-Angebot am Buffet hingewiesen (23 Franken pro Person). Dort sitzen bereits ein paar Gäste um das Oval der Sushi-Bar. Stäbchen liegen bereit und natürlich auch Messer und Gabel. Auf dem einem Förderband fahren auf Augenhöhe griffbereit schwarze Schälchen vorbei, darauf die Häppchen, gegen 15 verschiedene Sorten: Sutomaki (vegetarisch, Lachs, Thunfisch), drei verschiedene Nigiri, Edamame (grüne Sojabohnen), Seetangsalat und jede Menge Frittiertes: Poulet, Schwein und Scampi, Frühlingsrollen. Wer allergisch auf Cre­vetten ist, für den schrumpft die Auswahl deutlich.

Hui, ist die Wasabi-Paste scharf! Der Koch hinter der Theke grinst und meine Begleitung meint: «Ein Zeichen von Frische.» Doch, es schmeckt. Der Schüsselchenberg wächst, sodass der Koch fleissig neues Sushi rollen muss. Kurz ist alles im Fluss. Die Nigiri ziehen vorbei, das Stadttor ist weit weg. Natürlich haben wir uns überessen, teilen uns zum Dessert aber noch eine Dorayaki (7.50 Franken, Pancake, gefüllt mit roter Bohnenpaste). Fazit: Warum immer zum Italiener? Über Mittag sollte man das Ichiban 178 durchaus einmal testen. Hadjime-masch-tee! Denn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. (Landbote)

Erstellt: 31.07.2017, 08:30 Uhr

Ichiban 178

Bahnhofplatz 5, 8400 Winterthur

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