Kolumne

Humorfreie Zone

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Der Winterthurer Stadtrat will ganz Winterthur ­innerhalb der nächsten drei Jahre zur blauen Zone erklären. Viele Städte in Grossbritannien haben den umgekehrten Weg beschritten und ihre Innenstadt zur nichtblauen Zone si­gnalisiert: Auf den Strassen gilt ein generelles Alkoholverbot.

Generell hätte Winterthur es mit den Zonenschildern auch schlimmer treffen können. In deutschen Städten ist es in Mode gekommen, auf städtischen Strassen nachts Tempo 30 aus­zuschildern, wegen der Lärmschutzzone.

Alte Dieselautos können da gar nicht mehr reinfahren – wegen der Umweltzone. Dabei produzieren die neuen Diesel mit ihrer Schummelsoftware noch mehr Ozone. Derweil sind in manchen Häusern selbst die Balkone rauchfreie Zone. Bald braucht der Mensch einen Zonenplan, um sich in der Welt zurechtzufinden!

Bald braucht der Mensch einen Zonenplan, um sich in der Welt zurechtzufinden!

Nach dem Vorbild der Zürcher Werdinsel könnte man im Winterthurer Stadtpark eine Textilzone ausschildern. Auf dem blauen Schild sieht man ein Männer- und ein Frauenfüdli in Badehose. So ein Schild wäre in Winterthur ein schöner Bürokratenstreich: Denn obgleich niemand widersprechen möchte, dass man sich in einer Textilzone befindet, wird jeder rätseln, wo denn die textilfreie Zone anfängt.

In spanischen Feriendörfern ist die Innenstadt aus anderen gründen badehosenfreie Zone: Man möchte nicht, dass die Touristen ihre Sonnenbrände in allen Läden und Restaurants spazieren führen. Über Mode und Kleidung lässt sich auch ohne Burkaverbot streiten.

Doch haben Verbote, die nur eine kleine Minderheit treffen, rasch den Ruch der Diskriminierung. Ein Flipflop- und Sandalenverbot im Winterthurer Gemeinderatssaal beispielsweise würde nur einen einzigen Par­lamentarier treffen. Welchen, ­darüber schweigt die Kolumne, sie versteht sich als diskriminierungsfreie Zone. (Der Landbote)

Erstellt: 04.05.2017, 12:21 Uhr

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