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Ich gegen den Plan

Hausbesitzer wollen sie, Baufirmen auch, Eltern, die ein Kind, Staaten, die sich entwickeln, Hochschulen, die sich vergrössern möchten, ebenfalls – nichts scheint es zu geben, wo man nicht lautstark von ihr spricht: Planungssicherheit. Geben Sie das nur mal als Suchbegriff bei irgend­einem Zeitungsarchiv ein, und Sie werden sich wundern, was da alles zusammenkommt: Fertighaushersteller, Uni Kassel, Gentest, Bundesregierung, Stadtbauamt, Schoggitest.

Das merkwürdige Wort hat längst eine steile Karriere hinter sich und wird von Politikern ­immer gerne in den Mund genommen, wahlweise als Versprechung oder Forderung. Dass es freilich zum Wesen von Plänen gehört, dass sie eben nur geplant und noch nicht verwirklicht sind und somit per se nie ganz sicher sein können und der ganze Begriff also eigentlich einen Widerspruch in sich darstellt, scheint die Hüter des zeitgeistigen ­Jargons freilich kaum zu stören. Planungssicherheit klingt umso besser, je weniger es sie gibt.

Bei uns zu Hause versuchen wir es auch immer mal wieder mit Planungssicherheit. Regelmässig sprechen meine Frau und ich dar­über, wie viel zeitsparender, Haushaltsbudget-schonender und auch wahrscheinlich dem Body-Mass-Index zuträglicher es wäre, wenn wir jeweils am Wochenende einen Menüplan für die ganze Woche erstellen würden. Statt so wie jetzt immer nur Tag für Tag von der Hand in den Mund bzw. von der Migros in den Magen zu leben, könnte man am Montag einfach alles einkaufen, was man für die Woche so braucht, und bräuchte sich dann während der restlichen sechs Tage um all das nicht mehr zu kümmern. Klingt gut, und es soll in meinem Bekanntenkreis auch tatsächlich Familien geben, die das so machen. Nur zeigt sich bei uns alsbald, dass es dabei ein Problem gibt. Mit mir.

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