Kolumne

Im Paradies am Rhein

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Noch ist der Sommer nicht ganz vorbei. Darum: Fahren Sie an den Rhein. Liegen Sie zwischen Schaffhausen und Diessenhofen ins Gras. Wiesen und Badeanstalten gibt es zuhauf, am deutschen Ufer und am schweizerischen auch, verbunden mit Brücken und Fähren. Laufen Sie einige Schritte dem Fluss entlang, tauchen Sie ein und lassen Sie sich treiben, zurück zu Ihren Siebensachen. Wenn sich die Sonne gegen Westen neigt, erreichen Sie innert weniger Minuten das Paradies.

"Wenn sich die Sonne gegen Westen neigt, erreichen Sie innert weniger Minuten das Paradies."

Genauer gesagt das gleichnamige Restaurant in Schlatt TG. Wenn Sie reserviert haben, führt Sie der Chef de Service zu einem Tisch direkt am Rhein. Der Blick schweift vom Aperol Spritz (8.90 Franken) über sanfte Hügel, den langsam dahinziehenden Fluss, gegen den tapfere Ruderer ihren Weidling stacheln, erfasst die fetten Fische unterhalb der Terrasse und kehrt zurück auf die Speisekarte. Die umfasst Klassiker und Spezialitäten von der Bratwurst mit Zwiebelsauce (18.90) bis zu Black-Tiger-Garnelen «Piri Piri» mit Reis (32.90 Franken).

Zu viert teilen wir uns einen Tomatensalat mit Büffelmozzarella (15.90 Franken, sehr fein, auch wenn die spätere Recherche ergibt, dass man aus tierschützerischen Gründen besser auf den speziellen Mozzarella verzichtet hätte) und einen griechischen Salat (12.50), von dessen Sauce wir sofort ein Fläschchen mit nach Hause nehmen würden.

Die Egli-Knusperli (36.90 Franken) sind tatsächlich ausgezeichnet, doch den Titel «Die besten in der Region!» vergeben wir anderweitig. Auf alle Teller verteilt werden müssen die Lammfilets vom Grill mit Speckbohnen und Röstikroketten (38.90). Ein dermassen zartes Schaf haben wir selbst am anderen Ende der Welt nie auf den Teller erhalten. Vielleicht, weil das Fleisch aus der Schweiz stammt?

"Ein dermassen zartes Schaf haben wir selbst am anderen Ende der Welt nie auf den Teller erhalten"

Dazu trinken wir ein Glas Schaffhauser Pinot gris und Steiner Pinot noir (6.70/7.20 pro dl). Das passt, auch wenn wir am Zürcher Ufer tafeln. Für die Tochter sortiert die Küche die Bestandteile der Kinderkarte neu, sie wünscht Chicken Nuggets mit Reis (12.50), dem stets hungrigen Sohn mundet der Paradies-Burger mit Pommes (25.90) ausgezeichnet, auch wenn er sich das Kalbssteak (39.90 Franken) hätte vorstellen können.

Danach ist noch Platz für einen Coupe Adam mit Mangosorbet und etwas Rum (10.90). Beim Servieren von Dessert und Kaffee spickt ein Löffel weg – und fliegt zu den Fischen, wo schon einiges Brot gelandet ist. Die Fische haben es gut. Sie vertreibt niemand aus dem Paradies, sie sind da zu Hause.

(Der Landbote)

Erstellt: 20.08.2017, 17:47 Uhr

Restaurant Paradies­

Schlatt TG, Telefon 052 659 38 92.

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