Kolumne

Kollbrunner Kreiselkunst

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In Kollbrunn entsteht bald der erste Kreisel im Tösstal. Und im Innern: Kunst. Natürlich. Ein Kreisel ohne Kunst, das ist in etwa so unvorstellbar geworden wie ein Tal ohne Kreisel. Es ist die Chance, dem Dorf ein lange währendes und doch flüchtiges Denkmal zu setzen.

Die Schnecke. Nicht nur für Lokalpatrioten ein passender Vorschlag, sondern auch verkehrstechnisch

Denn lange Zeit zum Betrachten bleibt nicht: Abbremsen, einbiegen, Blinker setzen und schon ist das Objekt nur noch im Rückspiegel zu sehen. Der impressionistische Kreisel: Würde Monet noch leben, er würde wohl Kreiselkunst statt Seerosen malen.

62 Vorschläge für die Kollbrunner Kreiselkunst gab es aus der Bevölkerung. Möglich wäre etwa ein Tor zum Tösstal, eine Hommage an den Pariser Arc de Triomphe, ein Arc de Tösstal. Um das Denkmal in der französischen Hauptstadt führt ein achtspuriger Kreisel, das kann kein Zufall sein! Die Velofahrer der Tour de France umkurven es jeweils.

Mit einem ähnlichen Monument könnte Kollbrunn zum jährlichen Etappenziel der Tour de Suisse werden. Irgendeinen Grund für den Triumphbogen wird sich in den Geschichtsbüchern schon finden. Vielleicht die Vertreibung von Napoleons Truppen aus dem Tösstal von 1799. Oder ein Denkmal, als man sich für einmal gegen den Kanton durchsetzen konnte.

Das Zeller Wappentier befindet sich aber in der Pole-Position: Die Schnecke. Nicht nur für Lokalpatrioten ein passender Vorschlag, auch verkehrstechnisch: Müssen die Fahrzeuge auf der Tösstalstrasse doch zukünftig ihr Tempo verringern. Allerdings passt es so gar nicht zum schnell wachsenden Kollbrunn. Vielleicht als Kompromiss eine Schnecke mit vielen Häusern auf dem Rücken statt nur einem?

Was ist die Botschaft der Kunst im Kreisel, fragt man sich. Klar, über Kunst zu debattieren ist müssig. Deshalb sollte man sich vielleicht an die Verkehrsexperten halten. Sie sehen im Objekt im Kreiselinnern einen praktischen Nutzen: Die Autofahrer nehmen den Kreisel früher wahr und bremsen eher ab. Kunst als Hindernis.

(Der Landbote)

Erstellt: 23.11.2017, 14:56 Uhr

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