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Mein Smartphone und ich

Eine Studie des Zukunftsforschers Gerd Leonhard zeigt: Durch häufige Beschäftigung mit Handy und Computer verlernen wir nach und nach Fähigkeiten. Wir werden vergesslich. Das ist so, weil das Smartphone viele Aufgaben für uns übernimmt.

Wir lernen zum Beispiel weniger oft Fremdsprachen, versuchen gar nicht erst uns ohne Handy in Städten oder auf dem Lande zu orientieren und wir prägen uns keine Telefonnummern mehr ein. Ausserdem verändern sich durch häufige Bildschirmarbeit die Strukturen des Gehirns, und zwar zum Schlechteren.

Wie können wir jungen Menschen einen besseren Umgang mit elektronischen Geräten näherbringen?

Jugendliche, die Computer intensiv nutzen, gehen gemäss Studien weniger mit Freunden aus, als wir das im gleichen Alter taten. Zuhause interagieren sie nicht mit anderen Familienmitgliedern, sondern mit ihren Handys. Im Vergleich zur vorherigen Generation haben heutige Teenager seltener Sex, sie sind einsamer und depressiver – und sie schlafen zu wenig.

Deshalb frage ich mich: Wie können wir jungen Menschen einen besseren Umgang mit elektronischen Geräten näherbringen? Der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer rät Eltern von Kleinkindern, ihren Nachwuchs von Bildschirmen jeglicher Art fernzuhalten.

Kleine Kinder und auch Jugendliche würden durch exzessive Beschäftigung mit Computern und Fernseher in der Entwicklung zurückbleiben, dadurch dumm werden – und auch übergewichtig. Pro Woche ein- bis zweimalige Zerstreuung vor einem elektronischen Gerät sei die oberste Limite für Kinder unter sechzehn Jahren.

Auch wenn es für uns einfacher ist, den Nachwuchs vor dem Fernseher abzustellen oder ihnen das Smartphone in die Hand zu drücken, um ein paar Minuten auszuspannen: Für die Kleinen ist das schädlich. Deshalb habe ich mir vorgenommen, im Beisein junger Menschen mein Handy in der Handtasche zu lassen. Wichtige Anrufe erwarte ich selten. Für Fotos habe ich eine Fotokamera dabei.

Soviel zur Vorbildfunktion. Im einsamen Kämmerlein bin ich gelegentlich weniger konsequent. Was einen Kreislauf in Gang setzt: Zu viel Computerzeit – kaum Bewegung an der frischen Luft – deshalb müde und anfällig für das Marketing der Webseiten.

Social-Media-Plattformen zum Beispiel engagieren Heerscharen bestens ausgebildeter Fachleute, damit ihre User vor der Kiste festkleben. Manchmal lasse ich mich ködern. Heute nicht. Oder? Ich stehe auf, schlüpfe in die Laufschuhe, schaue nur ganz, ganz kurz ins Internet. Whatsapp, dann Twitter. Ich lese rasch die Onlinezeitung, aber dann ... Wo war ich gerade?

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