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Mit dem MIV gegen die WUV

Auf dem Amt hat man es gern amtlich, umständlich und lang. Nichts widerstrebt der Verwaltung mehr, als sich kurz zu fassen. Der beste Beweis sind ironischerweise die Abkürzungen: Selbst Ausdrücke, die dazu dienen sollen, Wörter zu verkürzen, werden ­dazu verwendet, die Begriffe zu verkomplizieren. Ganz nebenbei werden sie noch angenehm unverständlich für Nichteingeweihte.

Ein klassisches Beispiel ist der MIV, der motorisierte Individualverkehr, der in jeder Parlamentsdebatte auftaucht; früher sagte man «die Autos». Schul­leiter sprechen von SSG, schulischen Standortgesprächen, womit schlicht Elterngespräche gemeint sind. Ein Schmankerl aus der Berner Verwaltung: WUV, die Abkürzung für Wohnumfeldverbesserung, einst als Quartieraufwertung bezeichnet. Hübsch auch: der tatsächliche Individualverbrauch (TIV). Bekanntermassen wird der TIV beim MIV nicht weniger, was auch nicht gerade zur WUV beiträgt.

Der Stadtverbesserer, Pardon: der Leiter AfS (Amt für Stadtverbesserung), möchte nicht hintanstehen und gibt sich neue Begriffe für seinen Dienstbereich.

Der Stadtverbesserer, Pardon: der Leiter AfS (Amt für Stadtverbesserung), möchte nicht hintanstehen und gibt sich neue Begriffe für seinen Dienstbereich. Wer künftig VVSLQ einbringen möchte (Verbesserungsvorschläge zur städtischen Lebensqualität), möge das Formular F-VVSLQ verwenden oder seine VV an die EPVA (elektronische Post­versand­adresse) stadtverbesserer@­land­bote.ch schicken.

Auch Sie, geschätzte Zeitungsleserschaft (GZL), sollen vom wild-romantischen Hauch, der die als Abkürzungen getarnten Verlängerungen (AAGV) umgibt, profitieren können. Im Sinn des Leserservice bietet der Leiter AfS folgende offiziell tönende Begriffe für die wichtigsten Alltagswörter an: UAF (Utensilien­abstellfläche) = Tisch; MSG ­(mobile Sitzgelegenheit) = Stuhl; GVR (gemischte Verpflegungsration) = Essen; SZE (starke Zuneigungsempfindung) = Liebe.

Sollte die GZL weitere AAGV haben, bitte an die obige EPVA senden.

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