Kolumne

Rezepte für spannende Politik

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Im Juni, da ist was los. Alle wollen vor den Ferien noch irgendwelche Dinge erledigen: Heiraten, Grossanlässe veranstalten, wichtige Geschäfte zu Ende bringen et cetera, et cetera. Für politisch interessierte Bürger auf dem Land kommt noch ein weiterer Pflichttermin hinzu: die Gemeindeversammlung. Denn natürlich findet auch diese immer dann statt, wenn es draussen am schönsten ist. Sobald Freibäder locken, werden Jahresrechnungen verhandelt.

Zum Glück haben einige Gemeinden längst Rezepte entwickelt, um das Ganze doch erträglich zu gestalten.

Sobald Freibäder locken, werden Jahresrechnungen verhandelt.

Ein vorbildliches Beispiel ist die Gemeinde Kleinandelfingen. Die jüngste Versammlung hat sie auf einem Bauernhof abgehalten. Die Scheunentore standen weit offen, ein kühler Wind zog durch die Halle. Das gut gelaunte Publikum gesellte sich auf Festbänken zusammen und schon nach kurzer Zeit duftete es wunderbar nach Bratwurst. Jemand hatte draussen den Grill angefeuert und Getränke kühl gestellt.

Es verwundert niemanden, dass man unter diesen Umständen recht zügig zum geselligen Teil überging.Eine löbliche Ausnahme? Weit gefehlt. In Waltalingen verlegte man die Versammlung kurzerhand in eine Waldhütte. Nach den üblichen Traktanden gab es belegte Brote und angeregte Gespräche. Auch anderswo lassen sich die Behörden so einiges ­einfallen, um die Versammlung kurzweilig zu gestalten. In Rickenbach liess man die Tür offen, damit ein Kätzchen hineinstreunen konnte, um sich zur Freude aller streicheln zu lassen.

Das Potenzial wird leider noch nicht gänzlich ausgeschöpft. Denkbar wären zum Beispiel ein Spaghettiplausch, eine Filmvorführung oder ein Jassturnier nach der Versammlung. Eine Musikkapelle könnte die Stimmung zusätzlich heben. So lässt sich im Juni alles verbinden: Freunde treffen, grillieren, politisieren. Wenn nur die blöden Traktanden nicht wären. (Der Landbote)

Erstellt: 22.06.2017, 16:49 Uhr

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