Kolumne

Sonderabzug fürs Münzkabinett!

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Sie haben es gelesen: Der Kanton will den Pendler­abzug auf 5000 Franken begrenzen. Echt fies ­– Abzüge sind doch das Einzige, was an der Steuererklärung Freude macht. Und: Mit Steuerabzügen fördert man gemeinschaftsdienliches Verhalten. Zum Beispiel eben langes Autofahren.

Abzüge sind doch das Einzige, was an der Steuererklärung Freude macht.

Der Stadt Winterthur jedenfalls wäre zu raten, ihre Bürger,die Gutes tun, stärker zu unterstützen. Wie zu hören ist, hat der Stadtrat tatsächlich schon eine Sonderkommission mit der Ausarbeitung von Vorschlägen beauftragt. Folgende Steuerabzüge sollen neu eingeführt werden:

  • Seit der Schliessung der Geisi-Sauna fehlt es an Schwitz­fläche. Wer den Nachbarn daheim die private Sauna mitbenutzen lässt, darf die Ausgaben für das Brennholz von der Steuer absetzen.
  • Wer bei der einstürzenden Burgruine Wülflingen Stützen montiert, kann die Baumarktquittung einreichen. Ein Uni­versal-Schraubenset ist offeriert.
  • 500 Franken Pauschalabzug für Fakowi-Mitglieder, die jedes Jahr in unerträglichem Guggenlärm arbeiten müssen.
  • Wenn es dem FCW gelingt, einen brauchbaren Spielerzu finden, darf er die doppelte Vermittlungsprovision abziehen.
  • Billette fürs Münzkabinett aufbewahren! Pro Eintritt gibt es 200 Franken Sonderabzug.

Das Dumme bei Abzügen ist: Sie führen zu Steuerausfällen, und das ist das Letzte, was die mausarme Stadt gebrauchen kann. Darum will der Stadtrat den Einnahmenrückgang mit neuen Steuern kompensieren. Wie aus der Regierung durchsickert, gibt es keine Tabus mehr. Neben ­Geburts-, Lebens- und Todessteuer sind auch eine Luft- und eine Kusssteuer im Gespräch. Und: Analog zur Kopfsteuer soll eine Fusssteuer erhoben werden. Das Geniale daran: ­Jeder Bürger zahlt sie doppelt.

(Der Landbote)

Erstellt: 23.03.2017, 09:06 Uhr

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