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Teuflisch guter Touristenmagnet

Des Teufels Kirche hat ihre Felsnase verloren. Der Kollege hat es berichtet: Die Tüfels Chilen oberhalb von Kollbrunn hat ein neues Gesicht, ein Stück vom Felsen ist abgebrochen. Da dämmert es uns Freunden mystischer Orte doch. Auch die Sphinx von Gizeh musste ihre Nase hergeben. Zwar sollen im Tösstal die kalten Temperaturen zum Abbruch der Felsnase geführt haben, da im Gestein Wasser gefroren sein könnte, was zu dessen Ausdehnung geführt haben möge.

Reichlich spekulativ, wird der skeptische Leser bei sich denken. Eben. Wie bei der Sphinx. Da jedenfalls konnte das Eis nicht als Erklärung herangezogen werden. Da wollte manch einer Napoleons Truppen die Schuld in die Kanonen schieben, dabei hat die Skizze eines Historikers weit früher belegt, dass der die Nase nun wirklich nicht auf dem Gewissen haben kann. Auch in Zell wird wohl kaum ein verirrter Mächtiger seine Finger im Spiel gehabt haben.

Es wäre schon denkbar, dass ein adipöser Spaziergänger sich etwas weit hinaus gewagt hat.

Schon naheliegender scheint in beiden Fällen die Obelix-Theorie. Comicfreunde wissen Bescheid: Asterix’ Kumpane soll hochgekraxelt sein und mit seinem Gewicht das Sphinx-Näschen erdrückt haben. Schon denkbar, dass ein adipöser Spaziergänger sich etwas weit hinaus gewagt hat. In Ägypten indessen gibt man sich mit der Version zufrieden, dass ein Bilderstürmer die Nase abgeschlagen habe. Was nun nicht heissen soll, dass waghalsige Trampelein besonders von korpulenten Tüfels-Chilen-Besuchern strikt zu vermeiden sind.

Skeptiker wie Mystiker werden weiterspekulieren. Was nämlich, wenn der Teufel selbst gewirkt hat? Was mag seinen Zorn geweckt haben? Den Interessen der Tourismusindustrie im Tösstal, wo Bestrebungen für ein überregionales Marketing Thema sind, könnte die Vermarktung der Sphinx jedenfalls ein lehrreiches Beispiel sein. Mit dem richtigen Riecher nämlich lockt man bestimmt Scharen von Touristen an die Landluft.

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