Kolumne

Think global, Fasnacht local

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Schon Monate vor dem eigentlichen Event treibt den Fasnächtler die alles entscheidende Frage herum: Was für ein «Gwändli» dieses Jahr? Denn mit dem gelungenen Auftritt steht und fällt die schönste Zeit des Jahres. Ori­ginell muss es sein, aber sicher nicht peinlich. Es darf auffallen, aber nicht unangenehm. Ausserdem soll einem nicht zu heiss dar­in werden, wenn es heiss zu und her und zur Sache geht.

Ein Radiosender gab da gestern einen Tipp: Schneiden Sie doch ein Loch in ein weisses Laken und ziehen Sie es sich über den Kopf. Nein, Sie sollen nicht als Nachtgespenst an der Party erscheinen, sondern noch blaue oder grüne Luftballons auf­blasen und vorsichtig am Stoff feststecken: Fertig ist – die Weintraube! Mit Blick auf ­unsere Weinländer Leser wollte ich ­Ihnen diese tolle Idee nicht ­vorenthalten.

«Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah» 

Überhaupt finde ich Fasnachtskostüme mit lokalem Bezug grossartig: Das Herz des Hobbyheraldikers würde höherschlagen, wenn er in einer Schneckenkohorte die Zeller Delegation entdeckt (stattdessen firmieren sie als Fröschlochruugger). Es dürfte auch schon eine Weile her sein, dass sich die Andelfinger Wyland-Gugge Andölfia in goldene Löwenkostüme geworfen hat. Allein die Elgger hatten 2010 die Gunst der Stunde ­erkannt und sich zum 1250-Jahr-Jubiläum als Bären mit ­goldenem Halsband verkleidet.

Was lernen wir daraus?«Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah» dichtete Goethe gegen Ende seines Lebens (also etwas altklug nach seiner Italienreise). Der Reiz des Fasnachtskostüms liegt nicht in der Exotik oder Fantasy. Regionaler Bezug wird genauso gern gesehen. Man muss ja nicht gleich als ausgerissene grüne ­Eiche (Marthaler Wappen) oder wild gewordene Horde Wisente auftreten. Letztere Anspielung auf Wiesendangen funktioniert ohnehin nicht, da das Gemeindewappen interessanterweise ein Steinbocksgehörn zeigt. (Der Landbote)

Erstellt: 24.02.2017, 15:57 Uhr

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