Segelreise in Thailand

Alle sind wegen der Segel hier

Mit dem viermastigen Grosssegler «Star Clipper» wird die Kreuzfahrt durch die südostasiatische Andamanensee zum Erlebnis für Segelfans und Romantiker.

Das viermastige Segelschiff Star Clipper bietet Platz für 170 Passagiere und ist seit kurzem wieder in Südostasien unterwegs.

Das viermastige Segelschiff Star Clipper bietet Platz für 170 Passagiere und ist seit kurzem wieder in Südostasien unterwegs. Bild: zvg

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Es ist ein allabendliches Ritual. Der Anker wird gelichtet, die Taue werden gelöst und die Segel in Position gezogen bis sie der Wind bläht. Dazu erklingt Vangelis‘ epischem Stück «The Conquest of Paradise». Kapitän Sergey Tunikov steht kerzengerade am Steuerrad. Den Wind in den Haaren und im Schnauz. Kein Gewusel der Seeleute stört die andächtige Stimmung an Deck – alles geschieht per Knopfdruck.

Die «Star Clipper» sticht in See. Allerdings regnet es an diesem ersten Abend, als der Viermaster den Hafen der thailändischen Insel Phuket verlässt. Das tut der guten Stimmung an Bord aber keinen Abbruch.

Der Willkommens-Champagner ist bereits ausgeschenkt, die Kabinen sind bezogen und DJ Charly, der weisshaarige Alleinunterhalter aus Ungarn, spielt in Hawaii-Hemd und weisser Hose auf seinem Keyboard «Cocktail-Tunes», die vor fünfzig Jahren en vogue waren. Danach geht es in den im nautischen Kitsch gehaltenen Speisesaal zum Mehrgänger aus gehobener internationaler Küche.

Viele Passagiere sind zumwiederholten Mal an Bord

Die Reise durch die Andamanensee an Bord der «Star Clipper» ist und bleibt eine Kreuzfahrt — vom Morgen-Aerobic an Deck bis zur Abendunterhaltung mit Quiz und Talentshow. Aber alle sind wegen der Segel hier. Die 170 Passagiere sind mehrheitlich jenseits der 50, jedoch fit genug, um durch die engen Gänge zu kommen, die wackelige Aussentreppe zu erklimmen und die nassen Landungen des Beiboots am Strand zu überstehen.

Paradiesische Strand auf der kleinen Insel Ko Kradan.

Viele der Deutschen, Engländer, Australier, Schweizer oder Franzosen sind zum wiederholten Male auf einem der drei Schiffe der Star Clippers-Flotte. Andere gönnen sich die Woche an Bord (ab 2000 Franken ohne Flug) zum runden Geburtstag. Auch für die 74 Crew-Mitglieder ist das Arbeiten auf einem Segelschiff ein Erlebnis. Sie nehmen dafür auf ein paar Monate befristete Verträge und das Zusammenleben auf engstem Raum in Kauf.

Offener Umgang mit den Passagieren

Der Umgang zwischen Crew und Passagieren ist offen und locker. Wer gerne mal das Steuer des 115 Meter langen und 15 Meter breiten Grosseglers übernehmen, Seemannsknoten lernen oder den Mast besteigen will – wenigstens bis zur ersten Plattform – muss nur fragen. Wenn es Kapitän Sergey für opportun hält, dürfen die Passagiere eines der Hauptsegel auch mal manuell hissen. Jederzeit kann man ins Netz ganz vorne beim Bugspriet klettern und dort zwischen Himmel und Meer schweben.

Das Spiel der Elemente und die Freiheit, die ideale Route zu finden entsprechend Wind, Strömung und Wetter, das sei seine Faszination am Segeln, sagt Kapitän Sergey der seit 14 Jahren für Star Clippers arbeitet.

Der 52-jährige Russe hat schon viele andere Schiffsantriebe ausprobiert nach seiner Ausbildung an der Seefahrtsuniversität und dem Militär. Hängengeblieben ist er beim Wind – und damit hat er Grosses vor: Die 40 Prozent seiner Zeit, die er nicht an Bord verbringt, investiert er in die Erforschung des Überschall-Segelns.

Kapitän Sergey Tunikov.

Wie ein Segelschiff so schnell unterwegs sein könnte, davon erzählt der Kapitän, der auch einen Doktortitel in Mathematik besitzt, mit Begeisterung.

Unterwegs mit 30 Kilometer pro Stunde

Mit der «Star Clipper» geht es gemächlicher vorwärts. Mit 17 Knoten (gut 30 Kilometer pro Stunde) ist das Schiff mit gehissten Segeln unterwegs. Um nicht zu früh zur nächsten Destination zu gelangen und bei Flaute fährt die «Star Clipper» mit Motor, dann ist sie mit 10 Knoten etwas langsamer. Das Schiff kann auch beide Antriebe gleichzeitig nutzen.

Abends im Speisesaal macht sich die starke Krängung, die Schieflage des Schiffs mit gehissten Segeln, bemerkbar. Gläser rutschen, der Tischnachbar kommt einem immer näher, nur die Kellner balancieren die Teller gekonnt. Für sie ist das Routine. Nicht alle können das Gleichgewicht halten. Der eine oder andere Stuhl kippt, aber die Passagiere stehen lachend wieder auf.

Weniger amüsant ist es am Morgen nach dem regnerischen Start. Bei Motorenantrieb schaukelt das Schiff. Die See ist unruhig. Das Bullauge in der Kabine im Unterdeck gleicht einer Waschmaschine. Doch nach einer Stärkung vom Frühstücksbuffet und einem Spaziergang an Deck geht’s wieder.

Nach wenigen Tagen ein Profi an Bord

Auch der Seegang beruhigt sich, das Wetter wird besser. Nach wenigen Tagen wird man zum Profi an Bord und möchte das Schiff kaum mehr verlassen. Ausser für einen der täglichen Ausflüge an Land, denn noch schöner wirkt das majestätische Schiff mit den 16 Segeln von weitem.

Sechs Jahre blieb die «Star Clipper» den thailändischen Gewässern fern. Die Gefahr von Überfällen durch somalische Piraten sei zu gross gewesen, sagt Kapitän Sergey. Seit Dezember 2016 ist der Grosssegler zurück. Während vier bis sechs Stunden täglich bringen Beiboote die Passagiere an die pudrigen Sandstrände der oft unbewohnten Inseln zum Sonnenbaden, Schwimmen oder Entdecken der Umgebung. Allerdings ist man dort oft nicht alleine, vor allem, wenn chinesische Tagesausflügler einfallen.

Wandern, schnorcheln und tauchen

Auf Ko Surin entkommt man den Massen etwa beim Trecking durchs Unterholz. Dabei stösst man auf versteckte Buchten, Einsiedlerkrebse und eine abgeschiedene Station der thailändischen Marine. Vor der Dschungelinsel Ko Rok Nok entdeckt man beim Schnorcheln bezaubernde Korallenriffe und deren Bewohner und die Similan-Inseln sind Tauch-Highlights.

Das Sport-Team der «Star Clipper» bringt allerlei Wassersportgeräte mit an Land: Windsurfbretter, Stand-up-Paddel-Boards, Kajak, Wasserski- und Schnorchel-Ausrüstung. Ein Tauchlehrer erkundet die Unterwasserwelt täglich mit einer Gruppe Passagiere. Auf grösseren Inseln wie dem malaysischen Langkawi können Tagesausflüge gebucht werden durch Fledermaushöhlen, zur Fischzuchtstation oder per Kajak durch die Mangrovenwälder.

Spätestens das letzte Beiboot bringt einen zurück auf die eigene schwimmende Insel und ihren Mikrokosmos zwischen Deck-Liegestuhl, Speisesaal und Tropical-Bar. Und sobald die «Star Clipper» Kurs nimmt auf die nächste Insel, werden wieder die Segel gesetzt – natürlich zu «Conquest of Paradise».


Die Reise wurde ermöglicht von Thai Airways, dem thailändischen Fremdenverkehrsamt und Star Clippers
www.star-clippers.de ()

Erstellt: 18.07.2017, 17:02 Uhr

Biketour im Norden von Bangkok

Mit dem Fahrrad durch Reisfelder und über die Insel

Mit der Millionenmetropole Bangkok assoziiert man vieles, aber kaum eine Velotour. Aber genau eine solche Fahrt durch Reisfelder und entlang von Flüssen bietet ein Ausflug nach Ko Kret nördlich der Stadt. Die vier Quadratkilometer grosse Kurve im Chao Phraya-Fluss wurde vor 300 Jahren vom Festland getrennt und ist bis heute eine beschauliche Insel – ohne Autoverkehr.

Länger als die Bike-Tour selber dauert der Bustransport raus aus dem Verkehrsmoloch Bangkok. Sobald die Fahrräder verteilt, die Helme angeschnallt und die Sättel richtig eingestellt sind, geht es los Richtung Insel Ko Kret durch Reisfelder und meist über asphaltierte Strassen. Es hat kaum Verkehr, dennoch endet ein Velostreifen unvermittelt bei einer Autobahnausfahrt. Da ist man froh um die Begleitung des Guides des Touranbieters Spice Roads, der unbeeindruckt dem Gegenverkehr ausweicht.


Auf Ko Kret wird es eng: Manche Stege sind nur knapp zwei Meter breit.

Um die Insel zu erreichen, setzt man per Boot über den Fluss, wo man direkt zum Tempel gelangt mit dem schiefen weissen Chedi. Das Fundament des Turms wurde vom Fluss unterspült, was ihn zur Seite kippen liess. Im Innern der Insel erwarten einem enge Stellen. Manche Stege auf Ko Kret sind nur knapp zwei Meter breit – links und rechts Wasser. Weg vom Wasser führen schmale Wege durch überdachte Gassen mit Garküchen und Läden, die frühmorgens noch nicht sehr geschäftig sind. Sehenswert ist das alte Töpfereidörfchen.

Wer will, kann an der Töpferscheibe selber Hand anlegen. Hinter der Töpferei gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für Ökotouristen sowie Melonen-, Durian- und Bananenplantagen. Für die Zwischenverpflegung während der rund 20 Kilometer langen Tour sorgt der Guide, der mit Sesam frittierte Bananen, Ananas und Rosenäpfeln dabeihat. Am Ende der Tour laden kleine Restaurants am Flussufer zum Verweilen ein. Katrin Oller

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