Reisen

Kinder ans Steuer!

Spielen, spielen , spielen – das Ravensburger Spieleland unweit des Bodensees ist ein Paradies für Kinder. Seit Anfang Monat kann man auch im Freizeitpark übernachten.

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«Nomal, nomal!» rufen meine Kinder. Dabei sind wir erst bei Attraktion Nummer 1. Ungefähr weitere 69 warten noch auf uns. Doch meine Kinder wollen zum dritten Mal mit Kanu und Padel eine Runde drehen. Danach zieht es sie zu einem Spielplatz im Marinestil – der ist zwar toll, aber haben wir so etwas nicht auch zu Hause? Sollten wir nicht schleunigst zur «Traktorfahrt», zum «Memory-Flug» oder zu «Käpt’n Blaubärs Spassbooten»? Ich atme kurz durch und halte mir vor Augen, dass wir ja noch fast drei Tage lang Zeit haben, um das Ravensburger Spieleland zu entdecken. Möglich macht es das neue Feriendorf, das im Park erstellt wurde. Seit Anfang Juli kann man in einem Holzwürfel oder einem Forscherzelt übernachten (siehe Kasten).

Überblick dank Bahnfahrt

Nach einer Abkühlung an diesem warmen Tag in einer Sprühnebelstrasse sind die Kleinen bereit für eine Fahrt mit der «Schwäbischen Eisenbahn». Unterwegs bekommen wir einen Überblick über das 30,5 Hektaren grosse Gelände mit seinen acht Themenwelten. «Ich will dort hin!», sagt der Fünfjährige und zeigt auf Familien in Feuerwehrautos, die um die Wette fahren. «Deet ane!» doppelt seine zweijährige Schwester nach. Sie will auf ein Enten-Karussell, das sich im Wasser dreht.

Wir fahren gerade durch den Kern des Freizeitparks, die «Kunterbunte Spielewelt». In dieser Themenwelt werden Klassiker des Ravensburger Spieleverlags im XXL-Format erlebbar. Dies entspricht der ursprünglichen Idee, die 1998 zur Gründung des Ravensburger Spielelandes führte. In diesem Bereich des Freizeitparks kann man zum Beispiel in Anlehnung an das Gesellschaftsspiel «Das verrückte Labyrinth» auf der Suche nach der Eule oder dem Drachen durch verwinkelte Gassen irren. Oder man setzt sich in ein Flugzeug und spielt mit drei Mitspielern Flug-Memory: Wer per Knopfdruck auf der grossen Spielfläche zwei passende Bilder aufdeckt, steigt auf, wer sich irrt, steigt ab.

Räder montieren mit Tempo

Dieses Jahr neu ist die «Bosch Car Service Werkstattwelt». Als mein Sohn die aufgebockten Rennwagen sieht, will er sofort hin. Mit einem Luftdruckschrauber müssen die vier Räder abgeschraubt und neue Räder montiert werden. Die Spieler in den vier Garagen treten gegeneinander an – wer am schnellsten ist, gewinnt. Tempo interessiert meinen Grossen allerdings nicht: Er ist konzentriert, aber ohne Eile bei der Sache. Nebenan kommen Kleinkinder in der Miniwerkstatt auf ihre Kosten. Sie montieren mit Klettverschlüssen Räder an Schaumgummi-Mobile.

Nach ein paar Attraktionen sind die Kinder reif für etwas «Normales». Zum Glück findet man im Spieleland immer wieder eine ruhige, naturnahe Ecke. Meine Kinder sammeln in einer solchen Haselblätter und «kochen» im Kies eine «Suppe».

Nicht nur Spektakuläres

Das Gelände befindet sich auf einem ehemaligen Maisfeld und wurde vielfältig gestaltet: Rund ein Hektar des Parks besteht aus Wasser, in dem sich Fische tummeln. Es gibt Schilfgürtel, Grünflächen, kleine Wäldchen und sogar eine «Alpenschlucht» (über die eine Hängebrücke führt).

Das Ravensburger Spieleland grenze sich bewusst von dem Prinzip «immer höher, immer weiter, immer schneller» ab, betont die Presseverantwortliche des Parks, Heidi Raml. Deshalb gibt es neben Spektakulärem wie dem «Raketenblitz», Riverrafting oder einem Freifallturm viele kleine, feine Möglichkeiten, mit Kindern den Tag zu verbringen. Glücklich sind jene, die nach einem Tag noch nicht heim müssen.


Diese Reise wurde ermöglicht durch das Ravensburger Spieleland. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 14.07.2016, 16:19 Uhr

Übernachten bei Maus, Elefant und Co.

Das Feriendorf des Ravensburger Spielelandes wurde Anfang Juli eröffnet und umfasst 60 Häuschen und 16 Forscherzelte, die am Rand des Freizeitparks liegen.

Die der Maus und dem Elefanten sowie anderen Figuren gewidmeten Holzwürfel sind 16 Kubikmeter gross und wurden von einer lokalen Schreinerei hergestellt. Im Innern wirken sie erstaunlich geräumig: Unten befindet sich ein Doppelbett, ein Tisch mit zwei Bänken und ein Bad. Auf der Galerie wurde ein zweites Doppelbett platziert, aufklappbare Matratzen ermöglichen zwei weiteren Gästen eine Übernachtung. An heissen Tagen kann man die Klimaanlage einschalten, an Kalten die Heizung.

Vor dem Häuschen gibt es zwar keine Sitzmöglichkeit, doch an der Rezeption kann man ein Babyphone ausleihen, dessen Reichweite das ganze Ferienhaus-Gelände abdeckt. Schlafen die Kinder, können die Eltern also guten Gewissens im Feriendorf-Restaurant ein Glas Wein oder in der Saftbar einen Drink geniessen. Am Weiher erlebt man mit etwas Glück einen wunderschönen Sonnenuntergang – begleitet von Froschgequake.

Am Eröffnungswochenende zeigten sich noch ein paar Kinderkrankheiten der Ferienhäuser. Diese werden jedoch bald ausgemerzt, verspricht die Presseverantwortliche Heidi Raml. So sollen zum Beispiel die Vorhänge, welche die Fensterfront des Häuschens abends und morgens schlecht abzudunkeln vermögen, bald durch eine bessere Lösung ersetzt werden.

Günstiger als im Würfel ist eine Nacht im Forscherzelt. Da die Zelte ebenfalls mit Betten ausgestattet sind, ist auch diese Übernachtungsmöglichkeit komfortabel. Doch mehr als schlafen liegt hier platzmässig nicht drin. Geduscht wird im Gemeinschaftsbad. Dafür ist ein «Forscher-Kit» inbegriffen, mit dem die Kinder die Umgebung ihres Zeltes erkunden können. Neu sind auch 40 Stellplätze für Wohnwagen oder -mobile auf dem Parkplatz.

Die Häuser und Zelte sind bewusst für Kurzaufenthalte von ein bis zwei Nächten konzipiert und enthalten getreu dem Motto des Ravensburger Spieleverlages , dass Familien gemeinsam Zeit verbringen sollen, weder einen Fernseher noch WLAN.

Es ist empfehlenswert, neben dem Frühstücks- auch das Abendbuffet zu buchen. So kommt man in den Genuss regionaler Spezialitäten wie Felchenfilets vom Bodensee, Schwäbischen Spätzle oder geschmorten Tomaten von der nahen Bodenseeinsel Reichenau.

Gut zu wissen

Anfahrt mit dem ÖV:
Die Anfahrt mit dem Zug von Zürich über Winterthur nach Romanshorn, dann mit der Fähre nach Friedrichshafen und weiter mit dem Bus ins Spieleland dauert rund drei Stunden. Diese Art der Anreise ist sehr entspannend, denn der Bahnhof in Romanshorn liegt nur ein paar Gehminuten vom Hafen entfernt und auch in Friedrichshafen liegen Hafen und Busbahnhof direkt nebeneinander. Doch obwohl der Bus ab Friedrichshafen «Spielelandbus» heisst, fährt er nicht immer bis vor den Freizeitpark. Die Haltestelle direkt vor dem Spieleland heisst «Liebenau Spieleland, Meckenbeuren». Die Haltestelle «Spieleland B467, Meckenbeuren» ist zirka zehn Gehminuten vom Freizeitpark entfernt. Verbindungen siehe www.bahn.de. Die SBB bieten ein Railaway-Kombi an, mit dem man Ermässigungen auf die Fahrt und den Eintritt erhält (siehe www.sbb.ch).

Anfahrt mit dem Auto:
Von Zürich über Winterthur, Frauenfeld, Konstanz und Meersburg (Fähre) dauert die Fahrt rund zwei Stunden. Etwas länger ist man unterwegs, wenn man über Frauenfeld nach Romanshorn fährt und dort die Fähre nach Friedrichshafen nimmt (ca. 2, 5 Stunden).

Öffnungszeiten:
Park: Mitte März bis 6. November täglich (ausser an Ruhetagen, siehe Website) ab 10 Uhr bis je nach Saison 17 oder 18 Uhr. Feriendorf: 1. Juli bis 12. September.

Preise:
Eintritt ins Spieleland: Erwachsene ab 15 Jahren 30,50 Euro, Kinder von 3 bis 14 Jahren 28,50 Euro. Übernachtung im Ferienhaus: 408 Euro für eine Nacht, 568 Euro für zwei Nächte. Übernachtung im Forscherzelt: 298 Euro für eine Nacht, 418 Euro für zwei Nächte. Die Übernachtungspreise gelten für eine Familie mit zwei Kindern inklusive Eintritte für zwei beziehungsweise drei Tage. Halbpension ist zubuchbar.

Zielpublikum:

Familien mit Kindern von zwei bis 12 Jahren.
Weitere Informationen:
www.spieleland.de

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