Fünf Tote nach schwerem Unwetter in Spanien

Heftige Niederschläge haben den Südosten des Landes hart getroffen. In Andalusien wurden drei weitere Todesopfer gefunden.

Grosse Verwüstungen: Drohnenaufnahmen zeigen die Folgen der sintflutartigen Niederschläge im Südosten Spaniens. Video: Tamedia

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Die Zahl der Todesopfer durch die schweren Regenfälle und Überschwemmungen im Südosten Spaniens ist auf vier gestiegen. Wie Rettungskräfte mitteilten, wurden am Freitag an verschiedenen Orten in Andalusien und der Region Valencia drei weitere Todesopfer entdeckt.

In der Gegend von Redován, einer Ortschaft in der Region Valencia rund 50 Kilometer südwestlich der Stadt Alicante, wurde die Leiche eines Mannes gefunden, wie eine Sprecherin der Rettungsdienste am Freitag mitteilte. Details zu Todesumständen und Identität des Opfers nannte sie nicht.

Zuvor war Zwischen den andalusischen Ortschaften La Jamula und Salazar sei die Leiche eines 36-jährigen Mannes entdeckt worden. Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte, zunächst sei das verlassene Auto des Mannes geortet worden und später von einem Helikopter aus die Leiche des bereits vermisst gemeldeten Mannes.

Aus der andalusischen Stadt Almería meldeten Rettungskräfte am Freitagmorgen, dass ein Mann «mittleren Alters» ertrunken sei. Er war demnach in einem Auto unterwegs gewesen und in einem Tunnel von Wassermassen eingeschlossenen worden. Der Tunnel wurde nach Angaben der Stadtverwaltung «innerhalb weniger Minuten von immensen Wassermassen geflutet».

In dem von den Fluten eingeschlossenen Auto hätten insgesamt drei Menschen gesessen, sagte Almerías Bürgermeister Ramón Fernández-Pacheco dem spanischen Radiosender Cadena Ser. Ein Polizist habe zwei von ihnen aus dem Fahrzeug retten können, der dritte Insasse ertrank.

3500 Menschen müssen Häuser verlassen

Bereits am Donnerstag waren die Leichen eines 61-jährigen Manns und seiner 51-jährigen Schwester in ihrem von Wasserfluten fortgerissenen Auto entdeckt worden. Das Unglück ereignete sich im Dorf Caudete in der zentralspanischen Region Kastilien-La Mancha.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach vor Journalisten von einer «ernsten Lage», rund 3000 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, Polizei und Armee seien in den Katastrophengebieten. Rund 3500 Menschen mussten wegen der Unwetter und Überschwemmungen ihre Häuser verlassen.

Gefluteter Autobahntunnel der Autopista del Mediterráneo in Pilar de la Horadada in der Provinz Alicante. (13. September 2019) Bild: Sergio Perez/Reuters

74 Strassen seien am Freitag wegen Hochwassers gesperrt gewesen, führte der Innenminister aus. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Rettungskräfte auf Jet-Skis durch einen überschwemmten Autobahntunnel fuhren. In Redován in der Region Valencia wateten Einwohner durch kniehohes Wasser.

Höchster Messewert seit 100 Jahren: Innerhalb eines Tages fielen in der Stadt Ontinyent bei Valencia 297 Liter Regen pro Quadratmeter. Video: Tamedia

Flüge gestrichen

Der Flughafen der südspanischen Stadt Murcia blieb am Freitag geschlossen. 22 Flüge nach Palma de Mallorca wurden umgeleitet, wie die Flughafenbetreibergesellschaft Aena mitteilte.

Das viele Wasser kann nicht schnell genug abfliessen: Überflutete Siedlungen und Felder in Lorquí in der Provinz Murcia. (13. September 2019) Bild: Juan Manuel Garcia Fernandez/Reuters

Der Regionalflughafen von Almería war mehrere Stunden lang geschlossen. Zwei Flüge mussten gestrichen und zwei weitere umgeleitet werden. Auch einige Zugverbindungen fielen aus.

Der Südosten Spaniens wird seit Mittwoch von heftigen Regenfällen heimgesucht, vielerorts gab es Überschwemmungen. Nach Angaben von Meteorologen erlebten einige Orte der Region die schlimmsten Unwetter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1917. Zahlreiche Schulen wurden geschlossen, allein in der Region Valencia waren rund 690'000 Schüler betroffen.

(step/oli/sda)

Erstellt: 12.09.2019, 19:05 Uhr

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