Schwyz

Unwetter richtet grossen Schaden an

In der Nacht auf Dienstag ist ein heftiges Gewitter über Winterthur Richtung Linthebene gezogen. Schlimm war die Lage vor allem in Pfäffikon und Wollerau. Zwischen Samstagern und Biberbrugg fallen die Züge bis auf weiteres aus.

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Heftige Gewitter sind in der Nacht auf Dienstag über die Schweiz gezogen. In der Linthebene fielen innerhalb von knapp zwei Stunden mehr als 44 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Kanton Schwyz musste die Feuerwehr über hundert Mal ausrücken.

In Pfäffikon SZ hat das Gewitter im ganzen Dorf Spuren hinterlassen. Video: Keystone

Eine Gewitterzelle war am späten Montagabend über Schaffhausen und Winterthur Richtung Linthebene gezogen. Dort habe es «riesige Regenmengen» gegeben, teilte SRF Meteo mit. Weil die Gewitter teils kaum vom Fleck kamen, fiel der Regen lokal allerdings sehr unterschiedlich aus.

Im glarnerischen Bilten, am östlichen Rand der Linthebene, fiel nur 1 Liter Regen pro Quadratmeter. An der Messstation Doggen-Benken waren es hingegen innerhalb von knapp zwei Stunden mehr als 44 Liter. Gemäss Schätzungen von SRF Meteo dürften im Raum Schindellegi - weniger als 25 Kilometer Luftline von Bilten entfernt - gar deutlich über 50 Liter Regen niedergegangen sein.

Dorfkern unter Wasser

Wegen des heftigen Regens standen die Feuerwehren im Kanton Schwyz in der Nacht auf Dienstag im Grosseinsatz. Meldungen über Verletzte gab es bisher nicht. In Pfäffikon SZ standen der Dorfkern und die Bahnhofsumgebung unter Wasser.

Insgesamt seien zwischen Mitternacht und sechs Uhr am Morgen über 200 Notrufe eingegangen, teilte die Kantonspolizei Schwyz mit. Diese hätten bereits zu über 100 Einsätzen geführt und es gingen weitere Notrufe ein.

Besonders betroffen war der Bezirk Höfe westlich der Linthebene, in dem fast alle Ortschaften von Hochwasser betroffen waren. Viele Meldungen betrafen überflutete Strassen, Keller und Garagen. In Wollerau und Schindellegi gingen Erdrutsche nieder, wegen denen laut Polizei auch mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist.

Stellwerkgebäude stand 1 Meter unter Wasser

Das Unwetter hatte auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Zwischen Samstagern und Biberbrugg auf der Linie Pfäffikon SZ - Arth-Goldau ist die Strecke für den Bahnverkehr bis auf weiteres nur beschränkt befahrbar, melden die SBB.

Die S-Bahnzüge S13 Wädenswil - Einsiedeln fallen zwischen Samstagern und Biberbrugg aus. Ebenso die S40 Rapperswil - Einsiedeln zwischen Samstagern und Biberbrugg. Es verkehrten Ersatzbusse. Das Stellwerk-Gebäude in Schindellegi SZ auf der SOB-Strecke Rapperswil–Arth-Goldau stand gut einen Meter unter Wasser und fällt für unbestimmte Zeit aus. Daher ist die Strecke Samstagern Biberbrugg bis auf weiteres unterbrochen. Die Züge werden seit den frühen Morgenstunden durch Busse ersetzt, teilt die SOB mit.

Alle S-Bahnen wenden in Samstagern und Biberbrugg, der Voralpen-Express in Pfäffikon SZ und Biberbrugg. Die Anschlüsse in Wädenswil, Pfäffikon SZ und Biberbrugg können nicht gewährleistet werden. Für durchgehende Reisen zwischen Arth-Goldau und St. Gallen verlängert sich die Reisezeit um 30 bis 60 Minuten.

«Wegen der grossen Schäden am Stellwerk wird der Streckenunterbruch möglicherweise mehrere Tage dauern», heisst es in der Mitteilung weiter. Die SOB arbeitee mit Hochdruck daran, das Stellwerk und damit die Strecke so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen.

Strasse wegen Erdrutsch gesperrt

Die heftigen Regenfälle haben bei der Hüttenerstrasse zwischen Schindellegi – Hütten Hangrutschungen ausgelöst. Damit die Strasse örtlich nicht weiter beschädigt wird, müssen umgehend Sofortmassnahmen ausgeführt werden, teilt das Schwyzer Baudepartement mit. Die Kantonsstrasse sei teilweise unbefahrbar und es bestehe grosse Gefahr, dass die Strasse bei weiteren Regenfällen zusätzlich abrutschen könnte und der Schaden noch grösser wird. Die zu sanierenden Stellen werden nun mit Stützmauern aus Beton oder Natursteinen wieder aufgebaut, heisst es in der Mitteilung weiter.

Damit die Strasse so rasch als möglich saniert werden kann, wird die Hüttenerstrasse sofort gesperrt. Für sämtlichen Verkehr ist eine Umleitung via Seelistrasse - Allenwindenstrasse signalisiert. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis am 12. August.

Weitere Gewitter erwartet

In anderen Teilen der Schweiz regnete es ebenfalls stellenweise kräftig, Meldungen über Schäden gab es jedoch bisher nicht. Auf dem Zürichberg wurden innert 24 Stunden 60 Liter Regen pro Quadratmeter verzeichnet. In Thun waren es laut MeteoNews 39 Liter und in Stachen bei Arbon TG 36 Liter.

Auch am Dienstag und Mittwoch muss laut Meteorologen mit Gewittern und starkem Regen gerechnet werden. Weil der Höhenwind derzeit nur schwach ist, regnen sich die Gewitterzellen über lange Zeit am selben Ort aus.

Zusammen mit der oft hohen Niederschlagsintensität kann es zu kleinräumigen Überschwemmungen und Hangrutschungen kommen. Dabei entscheiden mitunter ein paar hundert Meter hin oder her über sintflutartigen Regen oder trockene Verhältnisse. (far/sda)

Erstellt: 26.07.2016, 07:58 Uhr

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