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Von der Polizei observiertPink-Panther-Räuber in Zürich zu Freiheitsstrafen verurteilt

Das Bezirksgericht Zürich hat drei mutmassliche Mitglieder der Profi-Räuberorganisation Pink Panther zu Freiheitsstrafen zwischen fünf und siebeneinhalb Jahren verurteilt.

2016 erbeutete die Pink-Panther-Bande bei einem Überfall auf eine Bijouterie in Zürich Schmuck im Wert von einer Million Franken. Am Donnerstag wurden am Bezirksgericht Zürich drei mutmassliche Bandenmitglieder zu Freiheitsstrafen verurteilt.
2016 erbeutete die Pink-Panther-Bande bei einem Überfall auf eine Bijouterie in Zürich Schmuck im Wert von einer Million Franken. Am Donnerstag wurden am Bezirksgericht Zürich drei mutmassliche Bandenmitglieder zu Freiheitsstrafen verurteilt.
Archivfoto: Urs Jaudas

Die drei Serben im Alter zwischen 39 und 44 Jahren wurden am Donnerstagnachmittag wegen versuchten Raubes und weiterer Delikte zu Freiheitsstrafen von fünf, sechs und siebeneinhalb Jahren verurteilt. Zwei der Täter werden für 10 Jahre des Landes verwiesen, der Dritte für 15 Jahre.

Damit ist das Gericht weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft gefolgt. Einzig beim Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz kam es zu einem anderen Schluss. Nur einer der drei Täter wurde in diesem Punkt schuldig gesprochen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Dem Trio wurde vorgeworfen, im Februar 2018 einen genauen Plan ausgearbeitet zu haben, um Bijouterien in der Schweiz zu überfallen. Im Visier standen Schmuck- und Uhrengeschäfte in Lugano und Gstaad.

Die Polizei observierte die drei Serben monatelang und schaffte es unter anderem, in ihrem Auto ein Mikrofon anzubringen.

So konnten die Polizisten die Vorbereitungsgespräche live mithören. In einem Gespräch berieten die Serben etwa, dass sie auf 400'000 Euro Beute kommen, wenn sie neben Uhren auch noch Schmuck mitnehmen.

Vorwürfe abgestritten

Die drei Männer stritten die Vorwürfe während der Verhandlung am Mittwoch grösstenteils ab. Sie hätten keineswegs einen grossen Coup in Lugano geplant. Einer sagte, er sei im Tessin gewesen, um Autos zu kaufen, die er dann in Serbien habe weiterverkaufen wollen. Ein anderer gab als Grund für seinen Aufenthalt das Einkaufszentrum Foxtown Mendrisio an. Dort sei Ausverkauf gewesen.

Der Verteidiger des einen Beschuldigten forderte für seinen Mandanten eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Für die beiden anderen Beschuldigten wurden Freisprüche beantragt.

Am Tag, an dem sie das Geschäft in Lugano ausrauben wollten, schlug jedoch die Polizei zu: Die drei Männer sassen gerade startbereit auf ihren Motorrollern, als die Handschellen klickten.

Dutzende Überfälle seit 2006

Seit vielen Jahren verüben jeweils unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen von Pink Panthern Raubüberfälle auf Juweliergeschäfte. Die international tätige Organisation vom Balkan soll Verbindungen in höchste Ebenen von Polizei und Politik haben.

Die kriminelle Organisation ist seit 2006 aktiv und führte in dieser Zeit weltweit mindestens 24 Überfälle auf Uhrengeschäfte und Juweliere durch.

In Dubai beispielsweise machten sie 2009 eine Beute im Wert von 11 Millionen Franken. In Zürich war es 2016 immerhin eine Million. «Das Charakteristische an diesen Taten ist die exakte Planung und die präzise Vorbereitung», sagte der Staatsanwalt während der Verhandlung. Die Aufgaben seien genau aufgeteilt, und es werde mit erheblichem Aufwand rekognosziert.

SDA