Kaltbrunn

Pnos und Antifaschisten drohen sich gegenseitig Prügel an

Die Pnos fordert die Antifa heraus, nachdem Letztere den Löwen in Kaltbrunn verschandelt hat. In einem Video der Partei kommt derweil das Kloster Berg Sion prominent vor. Obwohl die Partei mit Religion nichts am Hut hat.

Grosses Polizeiaufgebot an der Versammlung der Pnos in Kaltbrunn. Zu körperlichen Auseinandersetzungen mit selbsternannten Antifaschisten ist es damals aber nicht gekommen.

Grosses Polizeiaufgebot an der Versammlung der Pnos in Kaltbrunn. Zu körperlichen Auseinandersetzungen mit selbsternannten Antifaschisten ist es damals aber nicht gekommen. Bild: Manuela Matt

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Jetzt ist der Knüppel aus dem Sack. Selbsternannte Antifaschisten wollen die «eidgenössisch-sozialen» Vertreter der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) mit dem Knüppel traktieren. Diese lässt auf Twitter verlauten: «Gerne können wir einen Termin aushandeln, wo ihr eure Knüppel gegen uns ausprobieren könnt. Das wäre ja zu lustig!» Davor hat die Antifa Schweiz nach eigenen Angaben den Schriftzug «Pnos Schweine» am Gasthaus Löwen in Kaltbrunn angebracht. Dem Ort, wo vor einem Monat die Gründungsversammlung der Ostschweizer Pnos-Sektionen stattgefunden hat.

Die Kantonspolizei ermittelt in Zusammenhang mit der Sprayerei gegen unbekannt, wie Sprecher Florian Schneider bestätigt. Auch das Bekennerschreiben der Antifa ist der Kapo bekannt. Doch kommt es nun zur grossen Auseinandersetzung zwischen links und rechts? Pnos-Präsident Dominic Lüthard wiegelt ab: «Wir wollen kein gegenseitiges Knüppeln veranstalten. Wenn wir jedoch angegriffen würden, so besitzt die Partei einen gestandenen Sicherheitsdienst, der sich zu wehren weiss.»

Systematisches Vorgehen

Körperliche Auseinandersetzungen hat es zwischen den Gruppierungen in der Schweiz schon länger nicht mehr gegeben. Dass es 2015 bei einer illegalen Demonstration linker Kreise in Hombrechtikon zu Schlägereien gekommen sein soll, wurde nie bestätigt. Doch zumindest die Sprayereien haben System und deuten auf eine aktivere Rolle der Antifa hin. Schon die Gastgeber der letzten Parteiversammlung der Pnos im Luzernischen fanden das Schützenhaus verschmiert vor. Die Antifa bekannte sich dazu und verkündete, dass die Pnos-Leute Nazis seien und das schiere Zusammenkommen ein Verbrechen sei. Wirte sollten besser abklären, wem sie ihre Lokale zur Verfügung stellen, so die Warnung. Gemäss dem Präsidenten der Pnos sind bisher keine weiteren Sprayereien bekannt.

Die Pnos beschimpft die Antifa als kriminelle Organisation. Die Kaltbrunner Wirte habe man kontaktiert und ihnen Hilfe angeboten, sagt Dominic Lüthard. «Wir haben das persönliche Gespräch gesucht und uns für die Umstände entschuldigt», erklärt er. Lüthard sagt, dass die Partei noch nie Mühe hatte, ein Lokal zu finden. Das zeigt auch die Reaktion der Wirtin des Löwen. Sie äusserte sich in der «Rundschau» dahingehend, dass die Pnos-Vertreter «anständige Burschen» seien und sie einen Knüppel für die anderen bereithalte.

Die Pnos feiert die Gründungsversammlung der Ostschweizer Sektionen unterdessen als Erfolg. Auf Youtube ist ein kurzer Film zu sehen, in dem unter anderem Parteipräsident Dominic Lüthard seinen Auftritt in Kaltbrunn hat. Ebenso sind Ausschnitte des Konzerts des illegal anwesenden deutschen Sängers Philipp Neumann aufgeschaltet.

Die Pnos rundet den Film mit Kühen und schönen Landschaften aus dem Linthgebiet ab. Zum Schluss wird das Kloster Berg Sion in Szene gesetzt. Religion kommt im Parteiprogramm der Partei nicht vor. Wobei das Programm gar Punkte wie Alternativmedizin oder eine Einheitskrankenkasse abdeckt. Offenbar ist es reiner Zufall, dass das Kloster gezeigt wird. «Die Landschaftsbilder sollen die schöne Schweiz zeigen. Sie haben einen starken Charakter», sagt der Parteipräsident.

Erstellt: 30.11.2016, 17:47 Uhr

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