Zürichsee

Polizei mahnt zu Vorsicht im Umgang mit Fan-Gruppen

Der Übergriff auf einen ZSG-Mitarbeiter auf dem MS Säntis gibt weiter zu reden. Dass grössere Fan-Gruppen mit dem Schiff nach Rapperswil fahren ist nicht neu. Die ZSG hat nichts dagegen, fordert aber eine Anmeldung durch die Fans.

Im August 2017 fuhren etwa 200 Fans des FC Winterthur mit dem Schiff von Zürich nach Rapperswil. Im Gegensatz zum letzten Sonntag, als ZSC-Fans dasselbe taten, kam es damals zu keinen Vorfällen.

Im August 2017 fuhren etwa 200 Fans des FC Winterthur mit dem Schiff von Zürich nach Rapperswil. Im Gegensatz zum letzten Sonntag, als ZSC-Fans dasselbe taten, kam es damals zu keinen Vorfällen. Bild: Manuela Matt

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August 2017: Rund 300 Winterthurer Fussballfans fahren mit dem Kursschiff nach Rapperswil. Während der Fahrt sind alle friedlich, trinken ihr Bier und packen den Abfall in eigens mitgebrachte Abfallsäcke weg. Als das Schiff dem Steg näher kommt hissen die Fans Fahnen und zünden auf dem Vorderdeck Rauchfackeln. Nichts passiert. September 2018: 220 Fans des Eishockeyclubs ZSC Lions fahren mit dem Kursschiff nach Rapperswil. Sie sind friedlich, trinken Bier und packen den Abfall in eigens mitgebrachte Abfallsäcke. Kurz vor der Ankunft zünden sie Pyros auf dem Hauptdeck — und der Deckchef schreitet ein. Der Mann wird von den Fans ins Gesicht geschlagen.

ZSG wurde überrascht

Was war am Samstag anders als bei früheren Fahrten? Mediensprecherin Wiebke Sander sagt auf Anfrage, dass die ZSG überrascht worden sei. Die Winterthurer Fans hatten ihre Fahrten 2017 und 2018 angekündigt und Plätze reserviert. Um zu wissen, dass die ZSC-Fans das Schiff nehmen würden, hätte die ZSG recherchieren müssen. Auf Facebook hat eine Dachorganisation der ZSC-Fans dazu aufgerufen sich am Bürkliplatz zu treffen, statt wie üblich am Bahnhof Oerlikon oder am Carparkplatz in Zürich. Die ZSG-Mediensprecherin betont, dass es trotz der mangelnden Vorbereitung bis zum Pyro-Zwischenfall keine Probleme gab. Alle Fans hätten ein Ticket gelöst, das Schiff sei nicht gestürmt worden.

Dass der Deckchef in diesem Fall dann eingeschritten ist, sei schlicht seine Aufgabe. «Er sorgt für Ordnung auf dem Schiff», sagt sie. Bei unerlaubten Handlungen, wie dem Zünden von pyrotechnischem Material sei er verpflichtet, den Verursacher zum Unterlassen aufzufordern. Aus der Sicht der ZSG «wird dies auch im August 2017 der Fall gewesen sein». Ein Journalist der ZSZ, der damals für eine Reportage an Bord war, konnte allerdings kein Eingreifen beobachten.

Die Analyse der ZSG für die Zukunft lässt wenig Spielraum. «Die ZSG hat keine Möglichkeit, solche Fahrten präventiv zu unterbinden. Als konzessioniertes Transportunternehmen ist die ZSG zum Transport verpflichtet», erklärt Wiebke Sander. Der Schiffsführer könne jedoch situativ entscheiden, ob er die Polizei über die Anwesenheit einer grösseren Fangruppe an Bord informieren wolle.

Im übrigen habe die ZSG nicht die Absicht zu verhindern, dass die Fans mit dem Schiff fahren. Grundsätzlich sei es aber von Vorteil, wenn grössere Gruppen sich im Vorfeld anmelden.

An Sicherheitsdienst wenden

Die St. Galler Kantonspolizei sieht wegen der sich häufenden Schiffsfahrten der Fans keinen Grund ihre Strategie zu ändern. «Die Wahl des Verkehrsmittels hat uns überrascht. Aber wir waren bereit», sagt Mediensprecher Hanspeter Krüsi.

Die St. Galler Polizisten sind nicht eingeschritten, als die über 200 Fans auf dem Weg vom Hafen Rapperswil zum Lido Pyros zündeten. «Solange pyrotechnische Gegenstände nicht gegen unbeteiligte Personen ausserhalb des Fanmarsches direkt eingesetzt werden, kann es aufgrund der Verhältnismässigkeit die bessere Lösung sein, nicht einzugreifen», so Krüsi. Im Umgang mit problematischen Fans könne er keinen allgemeinen Ratschlag geben. Er verweist auf die klubeigenen Sicherheitsdienste und Fanbetreuer. «Sie sind primäre Ansprechpartner für Dritte bei Problemen mit Fans».

Erstellt: 25.09.2018, 17:04 Uhr

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