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Einmal «Arschloch» kostet 1100 Franken

Verbale Ausraster gegenüber der Polizei können teuer werden: Ein 64-jähriger Mann, der auf dem Polizeiposten Stäfa ausfällig wurde, muss nun 1100 Franken zahlen.

Ein 64-jähriger Mann hat auf dem Stäfner Polizeiposten einen Polizisten beschimpft – und bezahlt jetzt dafür.
Ein 64-jähriger Mann hat auf dem Stäfner Polizeiposten einen Polizisten beschimpft – und bezahlt jetzt dafür.
Archiv ZSZ

Sie waren sich offenbar nicht ganz einig. Im September 2019 betitelte ein 64-jähriger Mann einen 31-jährigen Kantonspolizisten geradeheraus als «Arschloch». Die Beschimpfung fiel bei einem hitzigen Gespräch am Schalter des Polizeipostens in Stäfa. Weshalb der Mann sich so aufregte, geht aus dem kürzlich publizierten Strafbefehl gegen ihn nicht hervor. Klar ist, dass der Polizist sich die Beschimpfung nicht gefallen liess und Anzeige erstattete.

Die Staatsanwaltschaft See/Oberland gab dem Polizisten Recht und kam zum Schluss, dass die Beschimpfung «wissentlich und willentlich» geäussert worden sei und den Polizisten «in seiner Ehre verletzt habe».

Die Staatsanwaltschaft verurteilte den 64-Jährigen wegen Beschimpfung zu einer Geldstrafe von zehn Tagessätzen à 70 Franken. Die Strafe ist bedingt. Sie muss also nicht bezahlt werden, sofern sich der Hitzkopf in der Probezeit von zwei Jahren nichts Neues zuschulden kommen lässt.

Dennoch wird die Sache für den Mann teuer: Er erhielt zusätzlich noch eine Busse von 300 Franken sowie Verfahrenskosten von 800 Franken auferlegt. Diese muss er trotz bedingter Strafe zahlen – insgesamt also 1100 Franken für einmal «Arschloch».

Beleidigungen sind Alltag

Wie häufig Polizistinnen und Polizisten beschimpft werden, wird nicht statistisch erfasst. «Doch beleidigt werden, das ist heute Alltag», sagte Johanna Bundi Ryser, Präsidentin des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Sehr viele betroffene Polizistinnen und Polizisten würden solche verbalen Attacken nicht melden. Sie seien der Meinung, dass dies ein Stück weit zum Beruf gehöre und sich zudem nicht gegen sie persönlich richte, sondern gegen die staatliche Macht, welche die Polizei für viele Bürgerinnen und Bürger verkörpere.

Bundi Ryser findet es allerdings «sehr schade», dass Beleidigungen gegenüber Polizisten nicht konsequenter angezeigt werden. Schliesslich seien verbale Ausraster nicht selten die erste Stufe für gravierende Angriffe.

SDA/mst

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