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Neuer Gesamtarbeitsvertrag Post verdoppelt Vaterschaftsurlaub

Angestellte der Post haben ab dem kommenden Jahr ein Anrecht auf vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Auch auf den Schutz vor Diskriminierungen legt der Konzern künftig mehr Wert.

Ein Postbeamter sortiert Pakete und Briefe für die Zustellung.
Ein Postbeamter sortiert Pakete und Briefe für die Zustellung.
Foto: Francesca Agosta/Keystone

Die Post, die Gewerkschaft syndicom und der Personalverband transfair haben die Verhandlungen zum neuen Dach-Gesamtarbeitsvertrag sowie zum Firmen-Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Post abgeschlossen. Der «familienfreundliche» Gesamtarbeitsvertrag, der auch Wert auf Diskriminierungsschutz legt, tritt ab 2021 in Kraft.

Postauto und PostFinance erhalten auf der Grundlage der neuen Vereinbarung «Dach-GAV» separate Gesamtarbeitsverträge, wie die drei Sozialpartner am Donnerstag mitteilten.

Die drei Parteien verhandelten zum einen die neue Vereinbarung Dach-GAV, welche die Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern regelt. Diese Vereinbarung gilt für etwa 70 Prozent der Belegschaft, das sind rund 32'000 Mitarbeitende der Post CH AG, der Postauto AG und der PostFinance AG. Zum anderen verhandelten die Parteien den neuen Firmen-GAV für die Post, welcher die Anstellungsbedingungen für die Mitarbeitenden definiert.

Vaterschaftsurlaub verdoppelt

Der neue Firmen-GAV bringe für die Mitarbeitenden der Post speziell im Bereich Familie sowie bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wichtige Verbesserungen: Der Mutterschaftsurlaub wird neben den bestehenden 18 bezahlten Wochen um einen Anspruch auf maximal sechs zusätzliche unbezahlte Wochen erweitert.

Der Vaterschaftsurlaub, welcher neu auch für die Partnerin einer Mutter in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gilt, wird von zwei auf vier Wochen verdoppelt. Wenn beide Elternteile im Post-Konzern arbeiten, können sie neu ihre Ansprüche auf Mutter- und Vaterschaftsurlaub untereinander aufteilen.

Darüber hinaus haben die Mitarbeitenden neu ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit. Weiter sollen nicht erklärbare Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern verschwinden.

Ein besonderes Augenmerk lege die Post zudem künftig auf den Schutz vor Diskriminierungen: Der Gleichstellungsartikel wurde demnach deutlich erweitert. Er umfasst neu einen Diskriminierungsschutz aufgrund persönlicher Merkmale wie beispielsweise Herkunft, Alter, oder Lebensform.

Der Verwaltungsrat der Post und die zuständigen Organe bei syndicom und transfair haben das Verhandlungsergebnis gutgeheissen, wie es weiter heisst. Damit treten der neue Dach-GAV sowie der Firmen-GAV der Post am 1. Januar 2021 in Kraft. Der neue Vertrag löst den GAV 2016 ab und gilt für die Dauer von drei Jahren.

Weitere GAV-Verhandlungen laufen noch

Postauto und PostFinance erhalten auf der Grundlage der neuen Vereinbarung Dach-GAV separate Firmen-GAV, die den branchenspezifischen Rahmenbedingungen Rechnung tragen. PostFinance hat die Verhandlungen Ende März abgeschlossen, das Resultat muss vom Verwaltungsrat der PostFinance und von den Gremien der Sozialpartner noch gutgeheissen werden. Die Verhandlungen bei Postauto laufen noch.

Von den GAV-Verhandlungen 2021 nicht betroffen sind laut Mitteilung die Mitarbeitenden von Postlogistics AG, Secure Post, Swiss Post Solutions, IMS und der Frühzustellung Presto mit einem eigenen GAV. Auch für die Mitarbeitenden Werbungsverträger der Post-Konzerngesellschaft Direct Mail Company (DMC) gilt ein separater GAV, dieser wird aktuell verhandelt.

SDA

5 Kommentare
    kurt meier

    Eine Unverschämtheit!Dauernd baut die Post ihre Dienstleistungen ab und hier klotzt sie extrem mit Gratisferien zu unseren Lasten!