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Wahlen in UgandaPräsident Museveni für sechste Amtszeit wiedergewählt

Über 50 Menschen starben während den Wahlkämpfen vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen. Der Oppositionskandidat spricht von Betrug und Gewalt und erklärte sich und seine Partei zu den wahren Siegern.

Sseit 1986 an der Macht: Yoweri Museveni.
Sseit 1986 an der Macht: Yoweri Museveni.
Foto: Keystone

Ugandas seit mehr als 34 Jahren regierender Staatschef Yoweri Museveni hat die Präsidentschaftswahl nach offiziellen Angaben für sich entschieden. Er erreichte knapp 59 Prozent der Stimmen und sicherte sich damit eine sechste Amtszeit, wie die staatliche Wahlkommission am Samstag mitteilte. Musevenis wichtigster Konkurrent Bobi Wine erhielt demnach knapp 35 Prozent der Stimmen.

Den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Donnerstag war einer der gewalttätigsten Wahlkämpfe seit Jahren vorausgegangen. Mindestens 54 Menschen starben, Regierungskritiker wurden eingeschüchtert oder eingesperrt sowie Journalisten angegriffen, die über Veranstaltungen der Opposition berichteten. Am Wahltag selbst sorgte ein massives Sicherheitsaufgebot für Ruhe, das Internet ist seitdem gesperrt.

Oppositionskandidat Wine sprach bereits am Freitag von Betrug und Gewalt und erklärte sich und seine neugegründete Partei NUP zu den wahren Siegern der Wahlen. Er kündigte die Veröffentlichung von Videobeweisen für Verstösse in verschiedenen Wahlbezirken an, sobald das Internet wiederhergestellt sei.

Am Freitagnachmittag dann berichtete der 38-jährige ehemalige Popstar, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi heisst, dass Soldaten sein Haus umstellt hätten und teilweise auf sein Grundstück eingedrungen seien. Er fühle sich «bedroht». Ein stellvertretender Militärsprecher sagte dazu, die Soldaten sollten für Wines Sicherheit sorgen.

Der 76-jährige Museveni ist seit 1986 an der Macht. Dank einer Verfassungsänderung kann der ehemalige Rebellenführer unbegrenzt für weitere Mandate kandidieren. Die Opposition hält er seit Jahren klein. Viele Ugander kennen nur Museveni als ihren Präsidenten.

Das Durchschnittsalter in dem ostafrikanischen Staat liegt bei 16 Jahren, drei Viertel der Bevölkerung sind jünger als 30 Jahre. Gleichzeitig hat der Anteil der städtischen und gebildeten Einwohner zugenommen. Für viele hat Musevenis frühere Beteiligung am Sturz von Diktator Idi Amin keine Bedeutung mehr. Vor allem bei der Jugend kommt Ex-Popstar Wine mit seinen Liedern über wirtschaftliche und gesellschaftliche Ungleichheiten gut an.

AFP

4 Kommentare
    Villiger Erwin

    Was mich immer wieder wundert, ist das Outfit dieser Regierungen, das den westlichen Geschäftsleuten in nichts nachsteht.(Anzug und Kravatte) Dabei haben die Afrikanischen Staaten eine eigene Volkskultur. Alleine schon das würde mein Zweifel in die Integrität der Machtträger und ob sie wirklich für ihr Volk da sind untergraben.