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Kolumne StadtverbesserinRaubtiere oder Reptile könnten es richten

Die Badeplätze an der Töss werden im Corona-Sommer überrennt und vermüllt. Die Stadtverbesserin hat sich überlegt, wie das Problem zu lösen wäre.

Die Stadtverbesserin macht Vorschläge zur Hebung der Lebensqualität in der Stadt.
Die Stadtverbesserin macht Vorschläge zur Hebung der Lebensqualität in der Stadt.
Foto: Landbote

Erinnern Sie sich? Vor genau einem Jahr suchten Herr und Frau Schweizer nach einem Kaiman. Ein Fischer hatte erzählt, er habe im Hallwilersee ein grosses Reptil entdeckt. Die Frage des Sommers: Darf man noch ins Wasser oder ist das zu gefährlich, könnte doch der Kaiman zubeissen?

Einen Kaiman könnte die Töss gerade gut gebrauchen, überlegt die Stadtverbesserin. Zuletzt drängten so viele Leute an ihre Ufer, dass die Stadtpolizei ein Parkverbot entlang der Zufahrtsstrassen zum Reitplatz verhängte. Wüste Bilder von Bergen von Bierdosen und Verpackungen am Ufer sind im Corona-Sommer an der Tagesordnung.

Man stelle sich vor, Fuchs und Hase eilten der Töss zu Hilfe und berieten über mögliche Strategien. Wie könnte man den Fluss wieder von den zweibeinigen Verschmutzern befreien? Könnte man die Wölfe aus dem Bruderhaus holen? Sie müssten nur einmal knurren und schon würde auch der wagemutigste Badefreund das Weite suchen. Flusspferde zählen zu den gefährlichsten Tieren für den Menschen. In kolumbianischen Flüssen sind sie eine Plage. Doch anders als in Mittelamerika gibt es in Winterthur keine Drogenbosse wie Escobar, aus deren Privatzoos die Dickhäuter ausbüxen könnten.

Etwas plausibler wäre etwa eine entwichene Schlange. Mehrere Hundert Schlangen dürften in Privatwohnungen auf Stadtgebiet gehalten werden. Nur schon das Gerücht, zwischen den Steinen der Töss habe sich eine Klapperschlange verkrochen, hätte mindestens eine ebenso abschreckende Wirkung wie die Meldung des Kaimans. In der Konferenz der Waldtiere meldet sich ein dünnes Stimmchen zu Wort: «Feuerameisen», schlägt der Borkenkäfer vor. «Sie versauen jedes Picknick.» Kurzer Applaus, allgemeines Nicken. Dann sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht.

In dieser Kolumne widmen sich die Stadtverbesserer dem Geschehen in Winterthur und spinnen es, wann immer möglich, zum Besseren weiter.