Andelfingen

Eine Niederlage für Kritiker des Endlagers

Das mögliche Atomendlager beherrschte den Weinländer Wahlkampf. Doch das nützte den atomkritischen Parteien nichts. Und die FDP legte wie im übrigen Kanton zu.

Blick von oberhalb Oberstammheim ins siegreiche Stammertal: Alle drei bisherigen Kantonsräte aus dem Tal sind am Sonntag wiedergewählt worden.

Blick von oberhalb Oberstammheim ins siegreiche Stammertal: Alle drei bisherigen Kantonsräte aus dem Tal sind am Sonntag wiedergewählt worden. Bild: Marc Dahinden

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Nach 1995 und 2007 ist es der Weinländer FDP zum dritten Mal gelungen, die SP vom zweiten Platz zu verdrängen. Zwar konnten die Sozialdemokraten ge­gen­über 2011 mit einem Wählerzuwachs von 0,69 Prozent nochmals etwas zulegen. Doch sie werden von den Freisinnigen überflügelt, die fast fünf Prozent mehr Stimmen holten als bei den letzten Kantonsratswahlen.

«Wir wären gerne die zweitstärkste Partei geblieben», sagt Käthi Furrer, Co-Präsidentin der Weinländer SP. Doch mit der Wiederwahl von Markus Späth habe die Partei ihr erstes Wahlziel erreicht. Und dass die SP im konservativen Bezirk Andelfingen leicht zugelegt habe, sei erfreulich.

Bisherige alle wiedergewählt

Die wählerstärkste Partei ist nach wie vor die SVP. Doch sie konnte ihre Talfahrt, die nach dem 50-Prozent-Hoch von 1999 begonnen hatte, nicht stoppen. Zu den Verlierern gehören auch die Grünliberalen (–2,06 Prozent), die Grünen (–1,6), die BDP (–1,15) und die CVP (–0,35). Die vier bisherigen Kantonsräte Konrad Langhart (SVP), Martin Zuber (SVP), Markus Späth (SP) und Martin Farner (FDP) wurden wiedergewählt.

Links-Grün ist geschwächt

Der Vorschlag der Nagra, nur noch das Weinland und den aargauischen Bözberg für ein Atomendlager vertieft zu untersuchen, dominierte zwar den Wahlkampf. Doch die Kritik an einem solchen Lager verfing bei der Bevölkerung nicht. Denn sonst hätten die Grünen und Grünliberalen Stimmen gewinnen statt verlieren und die SP besser abschneiden müssen.

Dass die FDP als Wahlsiegerin deutlich zulegte und sich der Wähleranteil der SVP nicht wesentlich veränderte, zeigt auch, dass der Nagra-Vorschlag von Ende Januar den Weinländer Widerstand nicht anheizte. Es ist aber auch falsch, den Wahlausgang als Zustimmung zu einem Endlager zu interpretieren. Denn das gute Abschneiden der FDP einerseits und die Verluste der Grünen und Grünliberalen andererseits entsprechen dem kantonalen Ergebnis. Das Thema Endlager war somit schlicht nicht wahlentscheidend. Furrer tut es leid, dass die Grünen verloren haben, «das schwächt unser Lager in ökologischen und sozialen Fragen». Sie sieht und bedauert ein kantonsweites Desinteresse an Ener­gie­- und Umweltthemen.

Ein «bürgerlicher Erfolg»

Jürg Grau, der Präsident der SVP Weinland, wurde zwar nicht gewählt. Doch er freut sich über den «bürgerlichen Erfolg» und darüber, dass die beiden SVP-Vertreter wiedergewählt wurden. Als Präsident der Regionalkonferenz hätte er das Thema Endlager stärker in den Kantonsrat tragen wollen. Nun zählt er auf SP-Kantonsrat Markus Späth, «dass er es weiter einbringen wird». Und auch mit den anderen Wiedergewählten will Grau dar­über sprechen. (Landbote)

Erstellt: 13.04.2015, 12:30 Uhr

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