Illnau-Effretikon

Trotz Spardruck hält die Stadt an Bibliotheken fest

Die Bibliothek in Illnau bleibt bestehen. Der Stadtrat hat gemerkt, dass sich bei einem Zusammenschluss doch nicht so viel Geld sparen lässt.

Die Bibliothek in Illnau bleibt bestehen, weil den Anwohnern «einen möglichst einfachen Zugang zu Büchern und anderen Medien ermöglicht werden soll».

Die Bibliothek in Illnau bleibt bestehen, weil den Anwohnern «einen möglichst einfachen Zugang zu Büchern und anderen Medien ermöglicht werden soll».

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Die Unterschriftensammlung hat sich gelohnt. Dass sich im vergangenen Dezember über 700 Einwohner für den Erhalt der Bibliothek in Illnau einsetzten und dies mit ihrer Unterschrift bezeugten, bewog den Stadtrat zum Umdenken – oder hat ihn zumindest in seinem Entscheid beeinflusst. «Wir nehmen die Anliegen der Bevölkerung ernst», bestätigt ­André Bättig (FDP), Ressortvorstand Jugend und Sport, auf Anfrage.

Ursprünglich wollte die Behörde die Bibliothek in Illnau schliessen und die Schulbibliotheken ­zusammenlegen. Das hätte nach einer ersten Einschätzung Einsparungen in der Höhe von 70 000 Franken im Jahr gebracht und wäre Teil des stadträtlichen Sparpakets 2017 gewesen. Doch nach eingehender Prüfung sei der Stadtrat zum Schluss gelangt, «dass die Einsparung doch geringer gewesen wäre», so Bättig.

Die Behörde hat deshalb entschieden, die Bibliotheken in Illnau wie auch in Effretikon zu erhalten. Das gab er gestern in einer Mitteilung bekannt. «Die Struktur der Gemeinde, aber auch das Anliegen, jüngeren und älteren Menschen einen möglichst einfachen Zugang zu Büchern und anderen Medien zu ermöglichen, rechtfertigen diese Dienstleistung», begründet die Behörde ihren Entscheid weiter.

Spareffekt zu klein

Auch die Zusammenlegung der Gemeindebibliotheken mit den Schulbibliotheken sei kein Thema mehr. Es habe sich gezeigt, «dass kaum ein Spareffekt entsteht», so der Stadtrat. Bättig ­ergänzt: «Das Anbieten einer Bibliothek gehört zum Grundauftrag der Schule.» Die Zusammenlegung sei nur mit grösseren Einbussen bei der Standortqualität realisierbar gewesen. Mit anderen Worten: Die Bevölkerung hätte ihre Bücher in den Schulen ausleihen müssen.

Ganz ohne Sparen geht es aber trotzdem nicht. Aus finanziellen Gründen stellt die Behörde die Suche nach einem neuen Standort für die Illnauer Bibliothek ein. Der heutige Raum in der Liegenschaft des Restaurants Rössli platzt zwar aus allen Nähten. «Er ist aber relativ kostengünstig», so der Stadtrat. Alle anderen geprüften Optionen seien deutlich teurer. Der Bibliotheksverein, Betreiber der Bibliotheken, hat zudem den Auftrag erhalten, «betriebliche Sparmöglichkeiten aufzuzeigen».

Ohne die Leistungen abzubauen, werde Sparen nicht möglich sein, sagt Vereinspräsident Herbert Kuhn. Die Öffnungszeiten und das Angebot müssten reduziert werden. Kuhn ist jedoch froh, dass der Stadtrat eingesehen hat, «wie wichtig die Bibliothek in Illnau ist». Ein Zusammenschluss mit jener in Effretikon ist für Kuhn nie infrage gekommen. «Denn die Einwohner von Illnau wären nicht nach Effretikon gegangen, um Bücher auszuleihen», sagt er. Dass es vorerst beim heutigen Standort bleibt, bedauert er. Für ihn wäre das Erdgeschoss im Haus an der Usterstrasse 23 eine gute Lösung. «Pläne bestehen bereits.» Doch erst müsse der Stadtrat klären, ob dieses nun abgebrochen werde oder nicht.

Erstellt: 25.06.2015, 15:10 Uhr

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