Aadorf

Aufrüsten gegen Schadstoffe im Wasser

Für knapp 16 Millionen Franken wird die Aadorfer Kläranlage erweitert. Eine zusätzliche Reinigungsstufe entfernt künftig auch Rückstände von Medikamenten oder Chemikalien.

Acht Meter tief und 70 Meter lang ist die Baugrube bei der Aadorfer Kläranlage, die derzeit erweitert wird. Foto: Madeleine Schoder

Acht Meter tief und 70 Meter lang ist die Baugrube bei der Aadorfer Kläranlage, die derzeit erweitert wird. Foto: Madeleine Schoder

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Reinigungsmittel, die Antibabypille, Schmerztabletten, Pestizide oder Kosmetika hinterlassen kleinste Rückstände im Wasser. Die gängigen Kläranlagen können diese Spurenstoffe nicht herausfiltern. Um die Gewässer und seine Lebewesen vor den Auswirkungen solcher Stoffe zu schützen, müssen einige Kläranlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe gegen sogenannte Mikroverunreinigungen aufgerüstet werden.

In Aadorf ist eine solche Anlage derzeit im Bau. «Für die meisten Leute hat sich das Thema Abwasser mit der WC-Spülung erledigt», sagt Matthias Küng am Mittwochmorgen vor den Medien. «Für die Kläranlage geht die Arbeit dann erst los.» Küng ist Präsident von Aadorf und vom Abwasser-Zweckverband Lützelmurgtal, zu dem auch die Gemeinden Hagenbuch, Bichelsee-Balterswil und Eschlikon gehören.

Abwasser von 20'000 Personen

Im November 2018 hatte das Stimmvolk an der Urne einen Kredit von 15,9 Millionen Franken genehmigt, mit dem die Kläranlage ausgebaut werden soll. Seit letztem August laufen die Arbeiten. Abgeschlossen sind sie Ende 2022, wenn alles nach Plan läuft. «Im Moment sind wir auch dank gutem Wetter zeitlich und finanziell voll auf Kurs», sagt Bruno Lüscher, Präsident der Baukommission.

«Wir sind am Anschlag»

Eine riesige Grube tut sich auf dem Gelände der Kläranlage am Rande von Aadorf auf, acht Meter tief und 70 Meter lang. In ihr werden derzeit neue Klärbecken betoniert. Denn die Anlage muss künftig nicht nur chemische Rückstände filtern können, sondern auch grosse Mengen an Abwasser von zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern.

Als sie 1973 in Betrieb genommen wurde, war die Kläranlage auf die Abwassermenge von 18'000 Einwohnern ausgelegt. Derzeit reinigt sie das Abwasser von über 20'000 Personen. «Wir sind damit am Anschlag», sagt Lüscher. Der jetzige Ausbau rechnet mit einem Horizont von 20 Jahren und 27'000 Einwohnern.

Neben den neuen Klärbecken entsteht ein zusätzliches Gebäude, in dem mit Hilfe von Ozon ein Teil der Mikroverunreinigungen unschädlich gemacht wird, bevor das Wasser in die Lützelmurg geleitet wird. Aadorf sei eine der ersten Kläranlagen im Kanton Thurgau, die diese Reinigungsstufe einbaut, sagt Lüscher. Die Auflage dazu erhielt die ARA, weil die Lützelmurg als Gewässer nur ein schlechtes Verdünnungsverhältnis für das eingeleitete Abwasser bietet.

Der Bund beteiligt sich mit 6,5 Millionen Franken an der zusätzlichen Reinigungsstufe, womit rund drei Viertel der Kosten gedeckt werden. «Die restlichen 25 Prozent finanzieren wir selbst», sagt Lüscher. Allerdings müssten die Gemeinden des Zweckverbands ab 2023 keine Beiträge mehr in den Topf des Bundes einzahlen, mit dem solche Projekte mitfinanziert werden.

Erstellt: 15.01.2020, 16:21 Uhr

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