Buch am Irchel

Bakterien haben Quelle verschmutzt

Zuerst zu trocken, jetzt zu viel Regen: In einem Ortsteil von Buch am Irchel wurde das Trinkwasser mit Kolibakterien verschmutzt. Am Dienstag gab die Gemeinde Entwarnung.

Das Trinkwasser im Dorfteil Oberbuch darf bis auf Weiteres nicht einfach so getrunken werden.

Das Trinkwasser im Dorfteil Oberbuch darf bis auf Weiteres nicht einfach so getrunken werden. Bild: Marc Dahinden

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Buch am Irchel liegt am Nordhang des Höhenzugs Irchel. Im oberen, bewaldeten Teil des Bergs besitzt die Gemeinde mehrere Trinkwasserquellen. Eine dieser Quellen ist letzte Woche durch Kolibakterien verunreinigt worden, wie Gemeindepräsident Hansruedi Mosch am Montagvormittag auf Anfrage sagte. Die Verschmutzung wurde letzten Donnerstag festgestellt. Diese Bakterien kommen in Därmen von Mensch und Tier vor. Sie sind ein Hinweis für eine Verunreinigung des Trinkwassers mit Fäkalien und in den meisten Fällen nicht krankmachend. Die zulässigen Höchstwerte für solche Keime sind aber gesetzlich festgeschrieben.

Drei rote Ausrufezeichen

Donnerstag, 6. Dezember, 10 Uhr: «Verunreinigtes Trinkwasser – Trinkwasser muss abgekocht werden!!!»: In roten Buchstaben überschrieb die Gemeinde die Information auf ihrer Webseite. Betroffen ist das Gebiet Oberbuch, das etwa der Hälfte des Dorfes entspricht. Die dortigen Haushalte erhielten ein Flugblatt mit den nötigen Informationen und Verhaltensempfehlungen. Der Aufruf an die Oberbuchemer: «Das Trinkwasser muss einmal kurz aufgekocht werden (kräftig sprudeln).» Das Abkochen des Wassers garantiere das Abtöten allfälliger Krankheitserreger. Der Aufruf zum Abkochen des Trinkwassers ist für das Gemeindegebiet Oberbuch am Freitag, 7. Dezember, erneuert worden. Und er gelte nach wie vor, wie Mosch am Montagvormittag weiter sagte. Die neuen Resultate der Messungen des kantonalen Labors sollen am Dienstagnachmittag vorliegen. Danach wird entschieden, ob die Abkochvorschrift für Oberbuch aufgehoben werden kann.

Die betroffenen Wasserleitungen und das Reservoir seien gespült und gereinigt worden, so Mosch. Zudem sei eine Chloranlage montiert worden, um das Trinkwasser zu desinfizieren. Daher ist es auch möglich, dass das Wasser nach Chlor riecht. Die von der Verschmutzung betroffene Quellwasserfassung ist vom Leitungsnetz genommen worden. Woher die Verschmutzung mit Kolibakterien herrührt, ist laut Mosch nicht bekannt. Es sei auch praktisch unmöglich, das herauszufinden. Denn zu einer Quellwasserfassung führen gleich mehrere Zuleitungen von verschiedenen Quellen. Und jede dieser Quellen hat wiederum ein grösseres Einzugsgebiet im Wald, wo das Regenwasser versickert.

Vermutet wird allerdings, dass die diesjährige Trockenheit und die starken Regenfälle der letzten Woche für die Verschmutzung mitverantwortlich sind. So kann stark ausgetrocknete Erde viel Regenwasser auf einmal nur schlecht aufnehmen respektive filtern. Durch Trockenheitsrisse in der Erde sickern Starkniederschläge viel zu schnell in die Tiefe, wodurch das Regenwasser nicht mehr genügend gefiltert wird und die Quelle verschmutzt.

Bisher keine Krankheitsfälle bekannt

Weil Buch am Irchel drei voneinander unabhängige Reservoire hat, ist nur Oberbuch von der aktuellen Verunreinigung betroffen. Bewährt hat sich ausserdem das gesetzlich vorgeschriebene zweite Standbein in der Trinkwasserversorgung. So konnte Buch vorübergehend aus Neftenbach Wasser beziehen – die Leitung dorthin wurde erst vor gut zwei Jahren gebaut. Normalerweise erhält Neftenbach überschüssiges Quellwasser aus Buch.

Laut Gemeindepräsident Mosch musste kein Wasser gespart werden. Auch sind ihm bis Montagvormittag keine Fälle von Durchfall oder Ähnlichem gemeldet worden. (Landbote)

Erstellt: 10.12.2018, 16:27 Uhr

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Gemeinde gibt Entwarnung

Am 11. Dezember gab die Gemeinde Buch am Irchel wieder Entwarnung. «Das Trinkwasser im gesamten Gemeindegebiet von Buch am Irchel ist wieder von einwandfreier Qualität und kann somit bedenkenlos konsumiert werden», schreibt die Gemeinde auf ihrer Website.

Es seien aber folgende Vorkehrungen zu treffen:


  • Alle Hausleitungen (Kalt- und Warmwasser) während 5 Minuten gut durchspülen. Das Spülen der Hausleitungen ist sehr wichtig, damit eine Wiederverkeimung des Trinkwassernetzes ausgeschlossen werden kann.

  • Hausinstallationen wie Filter oder Geräte zur Trinkwassernachbehandlung z.B. Enthärtungsanlagen, müssen umgehend gewartet werden, um eine Wiederverkeimung zu verhindern.



Das Trinkwasser kann auch weiterhin einen leichten Geruch oder Geschmack nach Chlor aufweisen. Dies sei gesundheitlich unbedenklich.

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