Stammheim

Die Verwaltungsfolgen der Fusion

Sechs Monate nach der Fusion sind die alten Gemeinden noch immer zu spüren. Beispielsweise durch eine enorme Häufung an Baugesuchen.

Die alten Gemeinden sind auch in der neuen Verwaltung noch zu spüren.

Die alten Gemeinden sind auch in der neuen Verwaltung noch zu spüren. Bild: Heinz Kramer

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Es war die vierte Gemeindeversammlung in der rund sechs Monate jungen Geschichte von Stammheim. Und doch waren die alten Gemeinden Waltalingen, Unter-, und Oberstammheim und die Schulgemeinde noch irgendwie dabei. Beispielsweise in Form von Jahresrechnungen der früheren Verwaltungen, welche nun die neue Gemeindeversammlung von Stammheim genehmigen muss. Oder in Form von Projekten wie den Strassenbelagsarbeiten an der Badistrasse, die zwar von der ehemaligen Gemeinde Unterstammheim beschlossen wurde, aber nun von Stammheim abgesegnet werden muss.

60 Baugesuche

Die 69 versammelten Stimmbürger merkten: Es ist Übergangszeit. Die Verwaltung der neuen Gemeinde hat das wohl schon länger gemerkt, den einige Abteilungen hatten in den letzten Monaten viel zu tun. Auch wegen der Fusion.

Der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Hansueli Langhart stellte am Donnerstagabend im Schwertsaal gleich vier Jahresrechnungen vor. Er warnte schon von Anfang an: Er könne wohl nicht alle Detailfragen restlos beantworten. Schliesslich sei er ja gerademal bei einem Viertel der Rechnungen von Anfang an eingebunden gewesen. Alle Rechnungen der ehemaligen Gemeinden wurden einstimmig abgesegnet, ohne dass spezielle Fragen dazu aufgetaucht wären.

«In den vergangenen fünf Monaten haben wir 60 Baugesuche bekommen. Diese Anzahl wurden in den drei bisherigen Gemeinden in einem ganzen Jahr bearbeitet .»Andi Pfenninger, Gemeindeschreiber Stammheim

Gemeindeschreiber Andi Pfenninger bestätigt: die Fusionierung der Finanzhaushalte sei eine Herausforderung gewesen. Die ehemaligen Verantwortlichen waren nicht mehr im Amt und in ihren neuen Anstellungsverhältnissen eingebunden. «So waren ihre zeitlichen Ressourcen begrenzt. Und wir wollten sie auch nicht übermässig belästigen mit Fragen zu den Rechnungen», sagt Pfenninger. Zwei Traktanden der Gemeindeversammlung bezogen sich auf Bauprojekte der drei alten Gemeinden: Projekte die nun von der neuen Verwaltung übernommen werden. Doch der grosse Mehraufwand komme nicht aus diesen Projekten, sagt Pfenninger, vielmehr aus der Bevölkerung selbst.

«In den vergangenen fünf Monaten haben wir 60 Baugesuche bekommen. Diese Anzahl wurden in den drei bisherigen Gemeinden in einem ganzen Jahr bearbeitet .» Über die Gründe kann Pfenninger nur spekulieren. Er vermutet, dass die Bauherrschaften in einigen Fällen wegen der Fusion mit der Einreichung ihres Gesuches bis zum operativen Start der neuen Gemeinde zuwarteten.

Unterschätzte Effekte

Gemeindeschreiber Andi Pfenninger sagt, er persönlich habe den Mehraufwand durch die Fusion eher unterschätzt. «Man hat von allen Abläufen drei Varianten, jedes Formular muss vereinheitlicht werden.» Bis die alten Gemeinden vollends verschwunden sind, steht also noch einige Arbeit an. (Landbote)

Erstellt: 14.06.2019, 17:32 Uhr

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