Marthalen

Endlager: Weinland bleibt – Unterland fällt vermutlich raus

Heute gibt die Nagra bekannt, welche Standorte sie für ein Endlager weiterhin prüfen will. Doch bereits seit gestern ist klar: Das Zürcher Weinland bleibt weiter im Fokus.

Hier könnte das «Tor zum Endlager» zu stehen kommen: Atommüll-Gegner haben im Weinland Plakate aufgestellt. (Archivbild)

Hier könnte das «Tor zum Endlager» zu stehen kommen: Atommüll-Gegner haben im Weinland Plakate aufgestellt. (Archivbild) Bild: David Baer

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Im Jahr 2002 fiel der Endlagerentscheid beinahe auf das Zürcher Weinland – nun schwenkt der Scheinwerfer erneut auf den nördlichen Kantonsteil. Zwar wird der Vorschlag der Nagra, welche der sechs möglichen Standortregionen weiter untersucht und welche zurück­gestellt werden, erst heute veröffentlicht. Doch die rund 15 direkt betroffenen Grundeigentümer im Zürcher Weinland haben bereits am Mittwoch von Vertretern von Nagra und Bund erfahren, dass das Weinland weiterhin als Standort für die Lagerung hochradioaktiver Abfälle infrage kommt.

Die vorab Informierten wurden um Stillschweigen gebeten. Ihre Häuser, Wald- und Grundstücke gingen beim Bau des «Tors zum Endlager» verloren oder würden stark beeinträchtigt.

Eine Auswahl zur Beruhigung

Einer der verärgerten Grund­besitzer hat sich gegenüber dem «Landboten» geäussert. Stets habe es zur Beruhigung geheissen, dass ja noch andere Regionen im Rennen seien. «Doch jetzt wird klar, dass sich das in Luft auflöst.» So sei zwar immer die Rede davon, dass die Nagra für schwach- und mittelradioaktive sowie für hochradioaktive Abfälle je mindestens zwei Standortvorschläge machen müsse – also mindestens vier insgesamt. Nur: Der Bözberg, das Unter- und Weinland eignen sich nicht nur für stark strahlenden, sondern auch für schwach- und mittelstark strahlenden Atommüll. Somit ist in diesen ­Regionen auch ein kombiniertes Endlager möglich. «Zwei Lager an zwei verschiedenen Orten zu bauen, das käme viel teurer», glaubt der Grundeigentümer.

Da waren es nur noch zwei

Kommt hinzu, dass die Nagra schon seit Jahren nur das Weinland (Zürich Nordost) und den Bözberg (Jura Ost) mit «sehr geeignet» bewertet – das Unterland (Nördlich Lägern) hingegen nur mit «geeignet». Darum erstaunt nicht, was ebenfalls gestern als Zweites durchsickerte: Wie die «Aargauer Zeitung» berichtete, wolle die Nagra heute auch den Verzicht auf die zwei einst evalutierten Standorte im Gebiet Nördlich Lägern bekannt geben. Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte zumindest ein Grundeigentümer, dass er am vergangenen Montag zusammen mit den anderen rund 15 Betroffenen darüber informiert worden sei. Der Präsident der Regionalkonferenz sowie der Gemeindepräsident von der betroffenen Gemeinde Weiach haben eine Stillhaltevereinbarung unterschrieben und wollen erst Stellung nehmen, nachdem die Nagra voraussichtlich heute ihren Entscheid kommuniziert hat. (landbote.ch)

Erstellt: 06.04.2015, 12:52 Uhr

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